T-Mobile-Team : Auch Adidas springt als Sponsor ab

Nach dem Rückzug des Hauptgeldgebers Telekom hat auch der Sportartikelhersteller Adidas das sofortige Ende seines Engagements beim T-Mobile-Team beschlossen. Der Beginn einer Kettenreaktion?

Benjamin Haller[dpa]
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Das T-Mobile-Team muss künftig auch auf die berühmten drei Streifen verzichten. -Foto: dpa

Herzogenaurach/HamburgAdidas wird seinen bis Ende 2008 laufenden Ausrüstungsvertrag nicht verlängern und "ab sofort nicht mehr als Ausrüster des Teams auftreten", erklärte das Unternehmen aus Herzogenaurach. Dagegen prüfen die weiteren Co-Sponsoren Giant und Audi ihr Engagement bei der bisherigen T-Mobile-Mannschaft, die unter dem Namen "High Road" und unter dem bisherigen Team-Manager Bob Stapleton weiterfahren will. Dies teilten Europas größter Fahrradhersteller und der Auto-Konzern mit.

Doch zumindest in den kommenden beiden Jahren ist das Stapleton-Team finanziell bestens ausgestattet. Rund 25 Millionen soll die Telekom nach ARD-Informationen als Abfindung für die Auflösung des bis 2010 gültigen Kontrakts gezahlt haben. "Es ist klar, dass das für uns kein preiswertes Unterfangen war", sagte Telekom-Sponsoringchef Stefan Althoff im WDR. Adidas und Audi sind vertraglich bis Ende 2008 an das Team gebunden. "Wir werden mit dem Team reden und uns in den nächsten Tagen äußern", kündigte Audi-Sprecherin Iris Altig an.

Ähnlich zurückhaltend äußerte sich Giant Deutschland. "Wir prüfen die Optionen und welche Möglichkeiten es gibt, kurzfristig auf diese Entwicklung zu reagieren", erklärte Marketing- und Vertriebsleiter Oliver Hensche. Er betonte: "Unser Interesse ist, dass wir im Profi-Radsport weiter sichtbar sind." Das Unternehmen mit deutschem Sitz in Düsseldorf hat mit Stapleton eine Zusammenarbeit bis 2010 vereinbart. Alle drei bisherigen Co-Sponsoren des Teams machten über die Höhe der jährlichen Aufwendungen keine Angaben.

Stapleton: Wir haben auch ohne neuen Sponsor genug Mittel

Dem millionenschweren Kalifornier Stapleton ist trotz der ersten Sponsoren-Rückzieher nicht bange. "Wir haben genug Mittel, um die nächsten zwei Jahre weiter zu fahren, ohne einen neuen Sponsor dabei zu haben", sagte der Team-Manager des künftigen Rennstalls "High Road". Doch der Rückzug der Telekom und von Adidas könnte anderen Geldgebern die Marschrichtung vorgeben. "Es kann sich natürlich hier und da auf andere Sponsoren auswirken. Das kann ich nicht ausschließen", sagte Verbandschef Rudolf Scharping.

Die Nationalteams des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) werden ebenfalls von adidas ausgerüstet. "Wir stehen in enger Verbindung mit unserem Partner BDR um im Gesamtkontext über die Problematik im Radsport zu sprechen", sagte Adidas-Sprecher Oliver Brüggen.

Greift der Rückzug von Sponsoren auf andere Sportarten über?

Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien äußerten Verständnis für die Entscheidung der beiden Sponsoren. Viele bezeichneten den Rückzug als "überfällig" und "konsequent". Der Sportausschuss-Vorsitzende Peter Danckert befürchtet, dass möglicherweise auch andere Sportarten von der Entscheidung betroffen sein könnten: "Ich denke, das wird Kreise ziehen." Er erwarte, dass auch andere Sponsoren einen Ausstieg überlegten: "Wenn die Hauptsponsoren wie Adidas und Telekom aussteigen, und andere haben das ja auch schon gemacht, werden andere das auch überlegen. Dann ist natürlich der Profiradsport in Deutschland am Ende."

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