Tour de France : Gerdemann verliert Gelb an Rasmussen

Michael Rasmussen ist Sieger der achten Etappe der Tour de France und hat damit den Deutschen Linus Gerdemann von der Spitze des Gesamtklassements verdrängt. Überschattet wurde der Tag von einer Kollision mit einem Zuschauer.

Rasmussen
Michael Rasmussen: Dritter Tour-Etappensieg seiner Karriere. -Foto: AFP

TignesLinus Gerdemann vom Team T-Mobile ist sein gelbes Trikot wieder los: Der 24 Jahre alte Radprofi aus Münster kam bei der achten Etappe der Tour de France von Le Grand-Bornand nach Tignes mit dem Hauptfeld ins Ziel und verlor bei einem Rückstand von 5:05 Minuten auf Etappensieger Michael Rasmussen die Führung in der Gesamtwertung an den Dänen. Rasmussen feierte auf dem 165 Kilometer langen Teilstück den dritten Tour-Etappensieg seiner Karriere vor den Spaniern Iban Mayo und Alejandro Valverde. Gerdemann belegt jetzt mit 43 Sekunden Rückstand auf Rasmussen im Gesamt-Klassement Platz zwei.

Gerdemanns Rückfall passte ins Bild eines schwarzen Sonntags seiner Mannschaft, die zwei Fahrer verlor. T-Mobile-Kapitän Michael Rogers aus Australien musste nach einem Sturz mit Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch aufgeben, sein britischer Team-Kollege Mark Cavendish stieg bei seinem Tour-Debüt nach einer Stunde erschöpft vom Rad. Die Astana-Fahrer Andreas Klöden und Alexander Winokurow erreichten drei Tage nach ihren Stürzen mit einem Rückstand von 4:29 Minuten das Ziel.

Zuschauer nach Kollision im Koma

Ein tragischer Unfall nach dem Etappenende überschattet unterdessen die Tour. Ein Zuschauer, der mit dem T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz nach Ende der achten Etappe in Tignes kolliderte, erlitt schwere Kopfverletzungen und lag am Abend im Koma. Der T-Mobile-Profi erlitt nach ersten Diagnosen einen Nasenbeinbruch und eine Gehirnerschütterung. Bei dem Verletzten handelt es sich um
einen Luxemburger Radsportfan, der gemeinsam mit etwa 100 anderen die Tour an mehreren Punkten verfolgen wollte.

Das achte Teilstück der Frankreich-Rundfahrt stand über weite Strecken im Zeichen einer 18-köpfigen Ausreißergruppe, die sich einen Vorsprung von mehr als zwei Minuten herausgefahren hatte. Der Österreicher Bernhard Kohl vom Team Gerolsteiner versuchte sich dann allein abzusetzen, wurde aber schnell von einer Verfolgergruppe um den starken Rasmussen gestellt. Dank eines fulminanten Antritts am steilsten Stück des Schlussanstiegs war Rasmussen nicht mehr zu halten. (mit dpa)

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