Sport : Dopingaffäre: Schock und Scham in Finnland

Die Langlaufnation Finnland steht nach der Enthüllung vier neuer Dopingfälle bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften in Lahti und einem umfassenden Geständnis durch Cheftrainer Kari-Pekka Kyrö unter Schock. Bei der Bekanntgabe der positiven Proben in Helsinki gab Kyrö zu, dass mit Wissen verantwortlicher Funktionäre bewusst verbotene Mittel zur Senkung von Hämoglobinwerten benutzt worden sind. Verbandschef Petäjää sagte: "Diese Ereignisse sind eine Katastrophe für den finnischen Sport und den Skisport. Sie sind beschämend für uns."

Der mehrfache Weltmeister Mika Myllylä, Harri Kirvesniemi und Milla Jauho haben zugegeben, dass sie gedopt haben. Der vierte Sportler wollte bis zur Öffnung der B-Probe nicht genannt werden. In finnischen Medien war Virpi Kuitunen genannt worden, die Gold im 5-km-Verfolgungsrennen gewonnen hatte. Zuvor waren bereits Jari Isometsä und Janne Immonen überführt worden.

Kyrö, der vor der WM eine Tasche mit verbotenen Präparaten an einer Tankstelle vergessen hatte, nahm bei einer Pressekonferenz alle Schuld auf sich. Nur er sowie zwei Ärzte hätten von der Anwendung der Dopingmittel gewusst. "Als Cheftrainer muss ich mich dafür entschuldigen, dass wir versucht haben, Erfolge mit falschen Methoden zu erreichen." Justizminister Johannes Koskinen will mögliche alte Fälle bis in die siebziger Jahre zurück aufrollen.

Auf Veranlassung der Welt-Anti-Dopingagentur Wada war nach dem Fall Isometsä die komplette finnische Mannschaft überprüft worden. Nach dem Silber für Isometsä und dem Staffel-Gold der Männer ist nun auch das Staffel-Silber der Frauen mit Jauho und Kuitunen verloren. Die Medaillen können erst ab dem Tag der Kontrolle aberkannt werden. Da Kuitunen schon zuvor im Jagdrennen gewonnen hatte, gilt sie für diesen Zeitpunkt als sauber.

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