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Dopingfall Evi Sachenbacher-Stehle : Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hintermänner

Die Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle gilt nach einer positiven Dopingprobe bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi als Zeugin. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihren Trainer und weitere Hintermänner.

Im Dopingfall um Evi Sachenbacher-Stehle ermittelt die Staatsanwaltschaft nun gegen einen privaten Trainer.
Im Dopingfall um Evi Sachenbacher-Stehle ermittelt die Staatsanwaltschaft nun gegen einen privaten Trainer.Foto: dpa

In der Doping-Affäre um Evi Sachenbacher-Stehle hat die Münchner Staatsanwaltschaft mögliche Hintermänner ins Visier genommen. Die Behörde behandelt die bei Olympia positiv getestete Biathletin aber weiterhin als Zeugin. Das bislang gegen Unbekannt eingeleitete Ermittlungsverfahren werde nun gegen Personen geführt, die dafür verantwortlich sein könnten, der Sportlerin eine Doping-Substanz zugeführt zu haben, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch am Donnerstag.

Laboruntersuchungen waren positiv

„Unter diesen Beschuldigten befindet sich eine Person, die dem privaten Trainerkreis von Frau Stehle zuzuordnen ist. Die anderen Beschuldigten sind verdächtig, mit dem fraglichen Produkt zu handeln.“, erklärte Steinkraus-Koch.
Geklärt werden muss, ob die Beschuldigten Arzneimittel zu Doping-Zwecken in den Verkehr gebracht haben. Auch wenn die bisherigen Laboruntersuchungen in einem von der 33-Jährigen verwendeten Präparat einen positiven Nachweis einer Doping-Substanz erbracht hätten, sind „die Laboruntersuchungen noch nicht abgeschlossen“, sagte Steinkraus-Koch. Das ist vor allem deshalb von Bedeutung, da noch nicht klar ist, ob das fragliche Präparat in der konkreten Zusammensetzung mit dem aufgefundenen Wirkstoff überhaupt als Arzneimittel zu bewerten ist.

Nahrungsergänzungsmittel wird noch getestet

Alle vor Ort in Sotschi von Evi Sachenbacher-Stehle verwendeten Nahrungsergänzungsmittel befänden sich in den Händen der Staatsanwaltschaft München I und würden noch im Labor getestet, teilte Sachenbacher-Stehles Anwalt Marc Heinkelein am Donnerstag in einer schriftlichen Erklärung mit. Seine Mandantin habe inzwischen umfassend ausgesagt, um „ihren eigenen Beitrag zur lückenlosen Aufklärung“ zu leisten Nachdem die Biathletin und ihr Ehemann und Manager Johannes Stehle in dieser Woche bei der Staatsanwaltschaft als Zeugen vernommen worden waren, gab es weitere Durchsuchungen. Insbesondere bei dem beschuldigten Privattrainer seien Unterlagen beschlagnahmt worden, „die Aufschluss über die Herkunft und Verabreichung des Präparats an die Zeugin Stehle geben sollen“, sagte Steinkraus-Koch. Nähere Angaben zu den Beschuldigten wollte er nicht machen.
Sachenbacher-Stehle hatte nach ihrem in A- und B-Probe positiven Dopingtest bei der Anhörung vor der IOC-Disziplinarkommission angegeben, die Substanz Methylhexaneamine unbewusst über ein Nahrungsergänzungsmittel, das sie von einem privaten Ernährungsberater erhalten habe, aufgenommen zu haben. Die ehemalige Langläuferin war aus dem Olympia-Team ausgeschlossen und nach Hause geschickt worden. Der 33-Jährigen droht nun im Verfahren vor dem Weltverband IBU eine Wettkampfsperre von bis zu zwei Jahren.

"Danke für eure vielen Nachrichten"

Auf ihrer privaten Facebook-Seite hatte sich der tief gefallene Sportstar am Sonntag mit folgenden Worten bedankt: „Danke für eure vielen, vielen Nachrichten! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen was eure Worte mir in dieser schweren Zeit bedeuten! Es hilft mir sehr und gibt mir Kraft, zu wissen, dass so viele Menschen hinter mir stehen. DANKE!!!“ Wie bereits angekündigt werde sich die zweimalige Langlauf-Olymiasiegerin zur Sache selbst erst dann äußern, wenn die Ursache für die positive Doping-Probe eindeutig feststehe, teilte Heinkelein mit und stellte fest: „Mit entsprechenden Analyseergebnissen ist nach derzeitiger Einschätzung frühestens nächste Woche zu rechnen.“.

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