Sport : Dopingsperre: Recht für Krabbe

Jörg Wenig

Sieben Jahre hat Katrin Krabbe gegen die Dopingsperre des internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) gekämpft, jetzt hat sie Recht bekommen. Ihr später Sieg zeigt vor allen Dingen wieder eines: Die Sportgerichtsbarkeit ist mit dem Dopingproblem und seinen juristischen Folgen überfordert. Damals, als 1992 der Fall Krabbe für den bis dahin größten Dopingskandal der deutschen Leichtathletik gesorgt hatte, galt dies noch viel mehr als heute.

Die Verlängerung der Sperre gegen Katrin Krabbe durch die IAAF hält einer Prüfung vor einem ordentlichen Gericht nicht stand. Das hat das Urteil des Landgerichtes München gezeigt, das der Sprintweltmeisterin von 1991 Schadensersatz zusprach.

Besonders nach den Dopingfällen von Uta Pippig und Dieter Baumann haben die Funktionäre des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) erkannt, dass das bestehende System verändert werden muss. Mit Pippig gab es schließlich einen Vergleich ohne Schuld- und Freispruch sowie ohne Schadensersatzforderungen vor einem neuen, hochkarätig besetzten Schiedsgericht. Baumann wurde freigesprochen, doch die IAAF sperrte den Läufer. Das Schiedsgericht, das der Qualität eines ordentlichen Gerichtes nicht nachsteht, haben die DLV-Fuktionäre in diesem Jahr zum Standard gemacht. Auf IAAF-Ebene treten sie dafür ein, alle Fälle künftig nur noch vom internationalen Sportgerichtshof des IOC behandeln zu lassen. Das gestrige Urteil gegen die IAAF müsste eigentlich Zweifler im internationalen Verband dazu bewegen, diesem Vorschlag zuzustimmen. Somit könnte der Fall Krabbe am Ende auch noch eine gute Seite haben.

Und auch wenn es falsch wäre, die beiden Fälle miteinander zu vergleichen: Krabbes Gerichtserfolg dürfte Dieter Baumann darin bestärken, sein Verfahren gegen den Weltverband fortzusetzen. Krabbe könnte Baumann motivieren - wer hätte das gedacht?

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