Sport : Doppel holt die Führung im Davis-Cup

Petra Philippsen
Foto: AFP
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Zagreb - Ivo Karlovic überragt alles und jeden. Mit seinen 2,08 Metern ist der Kroate gar 30 Zentimeter größer als sein Doppelpartner Ivan Dodig, was ihn noch riesiger wirken lässt. Fast mochte man am Samstagabend meinen, er könne mit ausgestrecktem Arm die Hallendecke des Dom Sportova erreichen. Karlovic ist ein Spieler mit Brachialgewalt – wenn er denn fit ist. Doch dass dieser Herkules vom kroatischen Davis-Cup-Kapitän Goran Prpic nur im Doppel eingesetzt wurde, lag auch an der schweren Achillessehnen-Verletzung, die Karlovic ein halbes Jahr außer Gefecht gesetzt und den ehemaligen Top-20-Spieler bis auf Platz 217 der Rangliste zurückgeworfen hat. Dass Karlovic längst noch nicht wieder in Bestform ist, war auch im Duell mit Christopher Kas und Philipp Petzschner unübersehbar. Und vielleicht war es auch ein Grund für den 6:3, 3:6, 5:7, 6:3, 6:4-Sieg, der das deutsche Davis-Cup-Team mit 2:1 gegen Kroatien in Front brachte.

Kas und Petzschner spielten zwar erstmals gemeinsam im Davis-Cup, doch kennen sich von Jugend an und sind sich so vertraut wie Brüder. Und sie machten ihre Sache auch dieses Mal gut – zumindest bis zum 3:4 im zweiten Satz. Kas verzog leichtfertig einen Volley, das Break war da, der Durchgang weg. Und plötzlich wurde auch die Atmosphäre hitziger. Während am Vortag die Ränge nur spärlich besetzt waren, kamen die 1500 Zuschauer nun in Stimmung. Eine bunt kostümierte Karnevalstruppe sorgte mit Pauken, Schellen, Posaunen und lautstarkem Gesang für jene Stimmung, die bei den ersten Einzeln noch vermisst wurde. Die Sicherheit des deutschen Duos war plötzlich verflogen. Doch Wimbledonsieger Petzschner erwischte einen seiner besten Tage und riss Kas aus dem Tief. „Petzsche hat mir so viel Kraft gegeben“, sagte Kas, „ich bin stolz, dass wir das noch umgebogen haben.“

Die Ausgangslage vor den beiden Einzeln am Sonntag ist für das deutsche Team nun deutlich besser. „Ich denke trotzdem, dass die Chancen bei 50:50 liegen“, sagte Teamchef Patrik Kühnen, „es ist immer noch alles offen.“Petra Philippsen

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