DOPPELPASS Österreich vs. Schweiz : Wir machen’s nochmal

Tschau Reinhard,

Wenn Du diesen letzten Brief liest, wissen wir, wer die gestrige Finalissima für sich entscheiden konnte. Sportlich war dieses Turnier auf sehr hohem Niveau. Aber nach 30 Partien machen sich auch langsam Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Gleichzeitig muss man sich wohl erst daran gewöhnen, dass 20:45 Uhr in den nächsten Wochen kein Tagesfixpunkt mehr ist. Richtig unangenehm war das Verhalten der U efa, dem gemeinnützigen Verein im Auftrag des Fußballs. Eine Gebühr, die jedes Lokal mit öffentlichem Fußballsehen bezahlen sollte, konnte gerade noch verhindert werden. Nicht aber das Monopol und die Zensur der Fernsehbilder, der gnadenlose Kampf gegen Falschbiertrinker und -verkäufer und die Abgabe von tausenden Tickets an potente Sponsoren und eventgeile VIPs. Sicher ist, dass sich die Uefa mit dieser „Totalkommerz“-Strategie imagemäßig in erster Linie selbst ins Bein geschossen hat. Dass sich etwas ändert, ist eher unwahrscheinlich. Imagemäßig auf der sicheren Seite, ja gar Europameister, ist laut „Blick“ die Schweiz als Mitveranstalter. Keine der Befürchtungen im Vorfeld hat sich bewahrheitet und die Organisation des Megaevents kann mit wenigen Abstrichen als sehr gelungen bezeichnet werden. Das gilt auch für Österreich. Sollten Polen und die Ukraine doch noch überraschend das Handtuch werfen, wir wären bereit. Bis 2012 werde ich mich auch erholt haben.

Beste Grüße aus der Schweiz

Marco

Marco Durisch (Schweizer Fußballmagazin „Zwölf“) und Reinhard Krennhuber (Österreichs Fußballmagazin „Ballesterer“) standen an dieser Stelle im Briefwechsel.

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