Sport : Doppelt bitter

Beim 0:4 gegen Färjestads BK verlieren die Eisbären das Spiel und Torwart Rob Zepp.

Leicht abgehoben. Tobias Stechert gewann schon im Training an Höhe. Foto: AFP
Leicht abgehoben. Tobias Stechert gewann schon im Training an Höhe. Foto: AFPFoto: AFP

Berlin - Es war ein gruseliger Freitagabend für die Eisbären. Dabei waren die leeren Ränge in der Arena am Ostbahnhof am Ende des Spiels gegen Färjestads BK noch das kleinste Problem für den deutschen Eishockeymeister. Die Berliner gingen gegen den schwedischen Klub aus Karlstad beim 0:4 (0:0, 0:3, 0:1) unter, schieden damit schon vor dem letzten Gruppenspiel aus der European Trophy aus und schlimmer noch: Sie verloren auch ihren Torwart. Rob Zepp verletzte sich bereits im ersten Drittel schwer und musste zur Behandlung ins Krankenhaus.

In einer ersten Diagnose war nur von einer Rippenprellung die Rede, aber die Art, wie der erste Torwart der Berliner, gestützt von Betreuern, vom Eis humpelte, ließ eine ernsthaftere Verletzung annehmen. Vermutlich keine gute Geschichte für die Eisbären, bei denen am Freitag dann der in diesem Jahr kaum zum Einsatz gekommene Ersatztorwart Sebastian Elwing ins Tor musste. Im bisherigen Saisonverlauf hatten die Berliner es besonders Zepp zu verdanken, dass sie in der nationalen Liga nicht weiter abgerutscht sind als auf Platz neun.

Rang neun hat zurzeit auch Färjestad in Schweden inne, und viel besser spielte auch das Team aus Karlstad nicht. Es war eine rustikale Darbietung auf dem Eis, keine Werbung für die großspurig angekündigte Champions League im Eishockey; sie wird die European Trophy nach nur vier Auflagen künftig ablösen. Und offensichtlich interessieren sich zum Beispiel in Berlin die Eishockeyanhänger eher für ein Ligaspiel gegen Schwenningen als für ein Europapokalspiel gegen Färjestad. 3900 Zuschauer waren am Freitag in der Halle, woran der Veranstalter – die Eisbären waren nur Gastgeber – mit völlig überzogenen Eintrittspreisen nicht unschuldig war.

Sportlich war der erste Auftritt der Eisbären bei der Endrunde aber auch dürftig. Die ersatzgeschwächten Berliner, die immerhin noch zwölf Spieler im Kader haben, die 2010 die European Trophy gewannen, spielten nicht besser als sonst in dieser Saison und verloren verdient. Der Tscheche Milan Gulas (2), Per Aslund und der Amerikaner Jack Conolly schossen die Tore für die Schweden. Bei den Berlinern kassierte Julian Talbot eine Spieldauerstrafe vom Schiedsrichtergespann aus Finnland und Schweden, das einen ausgeprägten Hang zu originellen Entscheidungen hatte.

Jeff Tomlinson hatte vor dem Spiel gesagt: „Wir wollen das Turnier gewinnen.“ Mit realistischer Einschätzung hatte die Aussage des Berliner Trainers eher wenig zu tun. Für die Eisbären wird das Finalturnier von Berlin nun in vielfacher Hinsicht zum Flop: Am Sonnabend (20.15 Uhr) müssen sie noch ein bedeutungsloses Spiel gegen die Frölunda Indians ertragen – die Schweden sind wie die Berliner bereits ausgeschieden, Färjestad zieht als Gruppensieger ins Finale am Sonntag ein.Claus Vetter

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