Sport : Doppelte Demütigung

Spandaus Wasserballer unterliegen Duisburg 12:13

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Werfen und halten. Der Spandauer Wasserballer Erik Bukowski (hier auf einem Archivfoto im Nationalteam) musste gegen Duisburg nach dem zweiten Viertel ins Tor. Foto: p-a/dpa
Werfen und halten. Der Spandauer Wasserballer Erik Bukowski (hier auf einem Archivfoto im Nationalteam) musste gegen Duisburg nach...Foto: picture alliance / dpa

Berlin – DieWasserfreunde Spandau 04 sind seit 1979 alles in allem 30 Mal Deutscher Meister geworden. Fast ebenso viele Pokalsiege im selben Zeitraum kommen hinzu. Die nationalen Niederlagen in diesen drei Jahrzehnten sind an den Fingern beider Hände abzuzählen. Auch für die Anfang November gestartete neue Wasserball-Saison galten die Berliner als haushohe Favoriten für beide Trophäen. Doch das hat sich seit Samstag geändert.

Am Samstag verloren die Spandauer beim größten Herausforderer ASC Duisburg, dem Finalkontrahenten um die Meisterschaften der vergangenen vier Jahre, mit 12:13 (5:4,0:4,3:3,4:2) und mussten den ungeschlagenen Gastgebern nach vier Spieltagen der Bundesliga-Hauptrundengruppe A die Spitzenposition überlassen. Was insofern von Bedeutung ist, als angesichts der Dominanz der beiden Teams damit schon die Weichen für die im Frühjahr stattfindenden Playoffs gestellt worden sind. Der Erste der Hauptrunde wird durchgehend den Vorteil des Heimrechts haben. Bis Samstag war es immer Spandau gewesen, das auch seine Pflichtspiele in Duisburg gewonnen hatte.

Nun also wird, Punktverluste der beiden Rivalen in den übrigen Spielen mal ausgeschlossen, erst das Rückspiel am 19. Februar entscheiden, wer als Erster in die Titelvergabe geht. Die Partie am Samstag zwischen dem Pokalsieger und dem Meister war dramatisch und hoch emotional. 5:4 gewannen die Gäste aus der Hauptstadt den ersten Spielabschnitt. 0:4 verloren sie den zweiten. Ein Ergebnis, sagte Manager Peter Röhle, „das offenbar Anzeichen von Panik hervorrief“. Trainer Nebojsa Novoselac wechselte sogar Torwart Tim Höhne aus und stellte Feldspieler Erik Bukowski, in der Vorsaison als „Wasserballer des Jahres“ gekürt, ins Tor. Bukowski hatte diesen Part bislang schon dreimal in Einsätzen des Nationalteams und des Vereins übernehmen müssen – jedes Mal hatte sein Team gewonnen.

Diesmal nicht. Zwar glich Spandau zwischenzeitlich zum 11:11 aus, verlor am Ende aber doch. Für Höhne, der momentan Spandaus 42-jährigen Weltklasse-Keeper Alexander Tchigir ersetzen muss, weil dieser sich vor knapp vier Wochen die linke Hand gebrochen hat, bedeutete der Wechsel die Höchststrafe. Der 23-Jährige war erst vor der Saison vom SC Wedding zum Ortsrivalen gewechselt. „Tim ist ein positiver Mensch, er wird auch weiter Wasserball spielen“, sagte Kapitän Marc Politze über diese persönliche Demütigung. Er rät seinem Teamkollegen: „Nicht die Nerven verlieren!“ Politze gibt zu, dass die Mannschaft ihre gewohnte Souveränität vermissen lasse.

Im Sonntagsmatch bei Bayer 08 Uerdingen stand dann wieder Tim Höhne im Tor. 27:4 (3:1,8:1,8:1,8:1) gewannen die Gäste, die Trotzreaktion des Teams wurde durch eine Trotzreaktion des Keepers ergänzt. „Für ihn war das Vortagserlebnis offenbar ein Ansporn“, sagte Mannschaftsbetreuer Klaus Semmele.

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