Sport : Doppelte Generalprobe für die EM

Handballer treffen zweimal auf Ungarn

Hartmut Moheit

Berlin - Es gibt Niederlagen, die nicht ungelegen kommen. So jedenfalls kommentierte Florian Kehrmann das 30:34 zuletzt gegen Ungarn. „Wenn wir auch dieses Spiel und damit vielleicht das Turnier gewonnen hätten, dann wären wir doch gleich wieder auf den Favoritenschild gehoben worden“, sagte der Handball-Nationalspieler nach dem Vierländerturnier in Kroatien am vergangenen Sonntag. So aber „wurde das Team wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt“, wie es Bundestrainer Heiner Brand formulierte, denn der überraschende Sieg zuvor gegen Olympiasieger Kroatien (31:25) sollte „auf keinen Fall überbewertet werden“.

Völlig anders sieht Brand die Konstellation vor der doppelten Generalprobe für die am kommenden Donnerstag beginnende Europameisterschaft in der Schweiz. Für das heutige Länderspiel in Offenburg (20 Uhr) und das am Samstag vor 14 500 Zuschauern in der ausverkauften Mannheimer Arena (15 Uhr) hat er deshalb gefordert, „etwas für das Selbstvertrauen zu tun“. In beiden Spielen wird erneut Ungarn der Gegner sein. Das Team von Trainer Laszlo Skaliczki befindet sich im Neuaufbau für Olympia 2008 , hat aber mit Laszlo Nagy (Barcelona) und Torhüter Nandor Fazekas zwei internationale Spitzenspieler in seinen Reihen.

Auf Handballer dieser Güte kann auch Brand zurückgreifen – Henning Fritz im Tor, Kehrmann auf Linksaußen, Frank von Behren in der Deckung sowie Andrej Klimowets am Kreis. Und dennoch bleiben Zweifel, ob der EM-Titelverteidiger – vor einem Jahr WM-Neunter in Tunesien – in der Schweiz bestehen kann. Die Probleme speziell auf der rechten Rückraumposition, auf der Linkshänder gefragt sind, haben sich nach der Absage des Nordhorners Holger Glandorf (Kniereizung) zugespitzt. Der Kieler Christian Zeitz allein wird sie nicht lösen.

Der Einsatz des Göppinger Routiniers Volker Michel ist nach einem dreifachen Nasenbeinbruch, den er im Dezember erlitten hatte, nicht sicher. Gegen Ungarn hat er für beide Länderspiele von den Ärzten noch Spielverbot bekommen. Damit bleibt zunächst als einzige Alternative der Gummersbacher Michael Hegemann übrig, der allerdings als Rechtshänder im rechten Aufbau deutliche Nachteile hat.

„Unabhängig von der personellen Situation will ich mit dieser Mannschaft immer einen Schritt vorankommen. Wir sind nicht auf dem falschen Weg“, erklärte Brand mit Blick auf die WM 2007 in Deutschland. Er könnte einen Tag vor dem EM-Start gegen Weltmeister Spanien beim europäischen Verband nur 15 Spieler benennen und sich eine weitere Option offen lassen. Weil nach der Vorrunde zwei und nach der Hauptrunde ein Akteur nachnominiert werden dürfen, kann er sogar auf Holger Glandorf hoffen.

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