Dortmund : Alexander Frei und Ailton beim BVB im Gespräch

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund muss die Suche nach einem neuen Stürmer wegen des langen Ausfalls von Lars Ricken beschleunigen und schließt sogar die Verpflichtung des Ex-Schalkers Ailton nicht aus.

Dortmund - Auf Grund der schweren Verletzungen von Jan Koller und Cedric van der Gun (beide Kreuzbandrisse) sollte ein neuer Angreifer ohnehin möglichst schon in der Winterpause den Kader verstärken. Doch weil sich auch Lars Ricken am Montag im Training einen Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie zuzog und die Saison abhaken muss, wird das schnelle Handeln immer dringlicher. «Das ist eine Katastrophe. Unsere Bemühungen sind bereits sehr intensiv. Aber es unterstreicht noch einmal die Notwendigkeit», sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der dpa am Montag.

Laut BVB-Präsident Reinhard Rauball steht der Schweizer Nationalstürmer Alexander Frei ganz oben auf der Wunschliste. «Frei würde gern kommen, hat aber bei Stade Rennes noch einen Vertrag bis 2007. Um diese Personalie zu optimieren, werden im Moment von Sportdirektor Michael Zorc Gespräche geführt», sagte Rauball im «kicker»-Interview (Montag-Ausgabe). Der Clubchef sieht die Chance, bei der Nachfolge-Regelung für den im Sommer ohnehin scheidenden Tschechen Koller «demnächst Vollzug zu melden».

Derweil wird bei der Borussia offenbar auch ein «Plan B» diskutiert. Es wird nicht geleugnet, dass der bei Besiktas Istanbul in Ungnade gefallene Ailton kurzfristig die Probleme lösen könnte. «Grundsätzlich schließe ich das Thema Ailton nicht aus», sagte Zorc. Am Sonntagabend traf der ehemalige BVB-Profi Zorc im Dress des Champions-League-Siegerteams von 1997 beim Abschiedsspiel von Julio Cesar sogar direkt auf Ailton, der für «Julio and Friends» die Stiefel im Westfalenstadion geschnürt hatte. Zorc dementierte jedoch Kontakte zu dem eigenwilligen Star: «Es ist klar, dass wir zum Winter einen Spieler suchen. Mehrere Namen stehen auf unserer Liste. Aber ein Gespräch mit Ailton ist bisher nicht geplant.»

«Toni» Ailton, der vom neuen Besiktas-Trainer Jean Tigana kürzlich für «nur noch alt und dick» befunden und dann zunächst aussortiert wurde, kann sich eine Rückkehr in die Bundesliga sehr gut vorstellen. «Wenn der Trainer sagt, es ist alles okay, dann bleibe ich in Istanbul. Sonst muss ich wechseln. Und Deutschland ist meine erste Option, die Nummer eins», sagte der langjährige Bremer Torjäger, der im Sommer nach nur einem Jahr für 3,5 Millionen Euro vom FC Schalke 04 an den Bosporus transferiert worden war.

In Istanbul ändern sich die Ansichten über Ailton allerdings täglich. Nachdem Tigana erklärt hatte, «so einen Stürmer» könne er «nicht gebrauchen», ruderte der französische Coach - vom Vorstand zurückgepfiffen - nun zurück: «Er ist sicherlich ein begnadeter Spieler, aber er muss zeigen, dass er wieder die alte Form kriegen kann.» Das wolle er versuchen, versicherte der übergewichtige Brasilianer, bat aber um Geduld: «Ich will mich wieder in Form bringen. Aber ich stecke in einer Krise und brauche Zeit.»

Wegen seiner «königsblauen Vorgeschichte» wäre selbst ein Ausleihen Ailtons den Dortmunder Fans schwer zu vermitteln. Am Sonntag jedenfalls wurde der 32-Jährige bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen, insbesondere nach seinem Führungstor (8.) gegen die Westfalen. Unbeliebt hat sich der «Kugelblitz» auch bei einigen Besiktas-Kollegen gemacht. «Wir laufen uns zu Tode für ihn, und er versemmelt alle Chancen», urteilte Mannschaftskamerad Tümer. (Von Ulli Brünger, dpa)

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