Dortmund - Augsburg 4:2 : Ein Tag für die Bank

Borussia Dortmund schlägt den FC Augsburg auch mit einem Reserveteam 4:2. Besonders Angreifer Julian Schieber macht mit zwei Toren für den BVB auf sich aufmerksam.

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Auf Augenhöhe? Nuri Sahin und der BVB hatten Probleme mit dem FC Augsburg.Foto: dpa
Auf Augenhöhe? Nuri Sahin und der BVB hatten Probleme mit dem FC Augsburg.Foto: dpaFoto: dpa

Dortmund – Jürgen Klopp hat sein Lächeln nicht verloren, schließlich musste sich Dortmunds Trainer lange genug mit dem Gedanken abfinden, den Meistertitel an die Bayern zu verlieren. So fiel es Klopp leicht, dem Münchner Kollegen Heynckes ein paar warme Worte zum Gewinn der Schale zu übermitteln: „Jupp, die herzlichsten Glückwünsche. Ihr habt eine außergewöhnliche Saison gespielt.“

Seine Dortmunder immerhin noch eine ziemlich brauchbare, auch wenn sie gestern in einer reichlich gewöhnungsbedürftigen Besetzung aufliefen: Langerak, Leitner, Schieber, Bittencourt und Hofmann, drei Tage vor dem so wichtigen Rückspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Malaga durfte die gesamte Bank aufs Feld. Am Donnerstag hatte Klopp noch verkündet, er werde seine Mannschaft unter Garantie nicht auf acht Positionen verändern, dafür sei der Respekt vor dem FC Augsburg viel zu groß. Dortmunds Trainer hielt Wort – er wirbelte seine Startformation exakt auf sieben Planstellen durcheinander.

Auch mit der zweiten Garde gewann die Borussia, musste dabei jedoch vor 80 400 Besuchern einen Rückstand umbiegen, um am Ende mit 4:2 (1:2) die Oberhand zu behalten. Die Augsburger Hoffnungen, von Klopps brachialer Rochade zu profitieren, erfüllten sich nicht. „Wir hätten hier was mitnehmen können“, sagte Kevin Vogt, „nun sind wir alle enttäuscht.“

Es waren zwei der Aushilfskräfte, die das Dortmunder Übergewicht mit dem Führungstreffer veredelten: Die Hereingabe von Moritz Leitner versenkte Julian Schieber mit einem Linksschuss im kurzen Eck. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gingen die bis dahin schwachen Augsburger völlig überraschend in Führung. Erst traf Daniel Beier nach einer abgewehrten Ecke mit einer fulminanten Direktabnahme, kurz danach stand Kevin Vogt im Strafraum richtig und schob völlig unbedrängt zum 2:1 ein. „Wir haben zwei Minuten gepennt und die Augsburger haben das eiskalt ausgenutzt“, sagte der Dortmunder Neven Subotic.

Borussia Dortmund war für seine Nachlässigkeit und Jürgen Klopp für seinen Personalpoker bestraft worden. Pfiffe zur Halbzeit, das hat es im Dortmunder Stadion schon lange nicht mehr gegeben. Klopp korrigierte seine Aufstellung in der 52. Minute und schickte mit Mario Götze und Robert Lewandowski seine beiden besten Offensivkräfte auf den Rasen. Der Pole war drei Sekunden im Spiel, als er mit seiner ersten Ballberührung Hofmann auf die Reise schickte, dessen Querpass Schieber zum Ausgleich verwandelte.

Etwas später drückte Neven Subotic einen Freistoß von Mario Götze aus kurzer Entfernung über die Linie. Lewandowski traf ein weiteres Mal, doch seinem Tor wurde wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung verweigert. Mit dem Schlusspfiff traf der Torjäger noch einmal, dieses Mal zählte das Tor. Damit ersparten die Dortmunder ihrem Trainer unbequeme Fragen zur Aufstellung, am Ende durfte Klopp verkünden: „Das war heute ein echter Charaktertest, schließlich spielen wir immer noch Fußball, um zu gewinnen.“ Nur den Meistertitel, den können sie in dieser Saison nicht mehr gewinnen. Felix Meininghaus

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