Sport : Dortmund - Bayern: Die Treterei von Westfalen

Kampf, Hektik und Rote Karten - der Bundesliga-Hit verkam zur Treterei: Zwar verteidigte der Deutsche Meister Bayern München mit 1:1 (1:0) bei Borussia Dortmund erfolgreich die Tabellenführung, musste jedoch den Punktgewinn im Hexenkessel des Westfalenstadions teuer bezahlen. Denn im bevorstehenden Duell am kommenden Samstag gegen Verfolger Schalke 04 werden den Münchnern Stefan Effenberg wegen einer Roten, Bixente Lizarazu wegen einer Gelb-Roten Karte sowie nach der jeweils fünften Verwarnung Torjäger Giovane Elber und Thomas Linke fehlen. Auf Dortmunder Seite sah der Brasilianer Evanilson Rot.

Bundesliga aktuell Ergebnisse und Tabellen
Tipp-Spiel Die Bayern brachten vor 68 600 Zuschauern im ausverkauften Westfalenstadion unnötigerweise schon frühzeitig Härte ins Spiel. Dortmund nahm den Kampf an, präsentierte sich jedoch wesentlich disziplinierter. Acht Gelbe Karten gegen die Mannschaft des ehemaligen Dortmunder Trainers Ottmar Hitzfeld und zwei Verwarnungen gegen die Borussen lautete die traurige Bilanz eines enttäuschenden Spitzenspiels. Für die fußballerischen Höhepunkte sorgte die 1:0-Führung der Bayern durch das vierte Saisontor von Roque Santa Cruz (6.) sowie das neunte Tor der laufenden Spielzeit von Fredi Bobic (52.).

Schon bei der Halbzeit waren sich die Manager der beiden Vereine, der Münchner Uli Hoeneß sowie Dortmunds Michael Meier, einig, dass Referee Hartmut Strampe aus Handorf mit der Partie überfordert war. Für Aufregung sorgte zudem eine Rangelei zwischen Otto Addo und dem Münchner Elber in der 30. Minute, als das Schiedsrichtergespann alle Mühe hatte, die Gemüter zu beruhigen.

Die Dortmunder Fans gerieten in Wut, als Strampe unmittelbar nach dem Wiederanpfiff ein reguläres Tor von Bobic wegen angeblichen Abseits nicht anerkannte. Den Zorn der Münchner zog sich der Referee dann beim 1:1 zu, dem eine umstrittene Freistoßentscheidung vorausging. Fußball wurde in dem mit Spannung erwarteten Duell der beiden Titelanwärter nur wenig gespielt. Zwar bemühte sich Dortmund in der Schlussphase, als die Bayern nur noch mit neun Spielern auf dem Feld standen, um Ordnung im Spiel und Angriffsdruck, doch unter dem Strich standen zu wenige hochkarätige Chancen. Die beste Möglichkeit hatte der Tscheche Tomas Rosicky, dessen Freistoß vom Innenpfosten in die Arme von Bayern-Torhüter Oliver Kahn prallte. Der Nationaltorwart hatte den Ball offenbar schon im Tor gesehen und nicht mehr damit gerechnet, ihn noch in den Händen zu haben. Jubelnd zeigte sich Kahn danach, der zuvor wegen Zeitschindens mit einer Gelben Karte versehen worden war. Rosicky hatte zuvor schon mit einem trickreichen Freistoß Kahn zu einer Glanzparade gezwungen. Er schoss den Ball durch die Bayern-Abwehr in die rechte untere Torecke. Bei den Dortmundern überragten vor allem Rosicky und Torschütze Bobic. München hatte in Patrik Andersson und National-Torhüter Kahn seine besten Akteure. "Ich habe noch nie einen Schiedsrichter gesehen, der von der ersten bis zur 94. Minute 50 Fehlentscheidungen gemacht hatte - und zwar auf beiden Seiten", sagte ein erboster Bayern-Manager Uli Hoeneß nach dem Spiel. Scholl jedoch nahm den Schiedsrichter in Schutz: "Jeder hat mal einen schlechten Tag."

0 Kommentare

Neuester Kommentar