Sport : Dortmund - Bayern: Typisch beleidigt

Stefan Reinecke

Ein Fußballspiel ist eine komplizierte Balance von Körperkontrolle und Körpereinsatz, von Disziplin und Entgrenzung. Manchmal gibt es Spiele mit ganz vielen Fouls. Nicht, weil sich das jemand vorgenommen hat, nicht aus Bosheit - es passiert einfach. Besonders viel hat Bayern vorgestern gefoult. Rosicky, schneller als alle Bayern zusammen, kam kaum zehn Meter weit, dann wurde er gelegt. Deshalb flog Lizarazu, der es nicht gewohnt ist, hinterherlaufen zu müssen, zu Recht vom Platz. Für die Fouls muss man die Bayern nicht verachten - unschön ist hingegen der Gestus der verfolgenden Unschuld, dieses Bayern-typische, aggressive Beleidigtsein. Wie Effenberg, der nach einem Bodycheck zu Recht vom Platz fliegt - und den Ball wegschlägt und das Publikum provoziert. Das war mehr als Affekt. Und wie Bayern-Manager Uli Hoeneß, der originellerweise den Schiedsrichter beschimpfte, weil der "50 Fehler" gemacht habe und ganz, ganz ungerecht zu den fairen Bayern war. Erst treten wie nichts Gutes, und dann die anderen anklagen - genau deshalb ist der FC Bayern der Klub, den viele zu hassen lieben. Ach so. Hoeneß hat da einen Ruf zu verteidigen. Na dann.

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