Dortmund-Bremen : Nahrung für das Ein-Wort-Lied

Beim 2:1 über ihren unmittelbaren Verfolger Werder Bremen festigte der BVB nicht nur den vierten Platz in der Bundesligatabelle.

Richard Leipold[Dortmund]
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Kopfbälle machen Falten. Dortmunds Barrios (l.) und Bremens Mertesacker. Foto: dpadpa

Die Fans von Borussia Dortmund trugen voller Inbrunst ihren aktuellen Sprechgesang vor, der nur aus einem Wort besteht: „Europapokal.“ Beim 2:1 über Werder Bremen festigte der BVB nicht nur den vierten Platz in der Tabelle. Dank der Tore von Kevin Großkreutz und Neven Subotic bei einem Gegentreffer von Aaron Hunt dürfen die Westfalen sogar einen Blick in Richtung Rang drei riskieren, den Bayer Leverkusen mit nur noch einem Punkt Vorsprung hält.

„Jetzt geht es richtig um die Wurst“, sagte Jürgen Klopp. Allzu hohen Ansprüchen wollte der Dortmunder Trainer aber vorbeugen. „Die Champions League ist nicht das Ziel, das wir vor Augen haben. 52 Punkte werden nicht einmal für die Europa League reichen.“ Dortmund gewann dieses abwechslungsreiche Spiel auch deshalb, weil die Bremer im ersten Durchgang abwartend und halbherzig zu Werke gingen. „Wir haben viel Zeit verstreichen lassen und sind zu spät ins Spiel bekommen“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Mitte der ersten Hälfte kamen die Dortmunder Fans aus dem Jubeln gar nicht mehr raus. Nach dem frühen Kopfballtor von Großkreutz hatten sie drei weitere Treffer zu feiern – einen für die eigene Mannschaft und zwei für den FC Bayern, der beim Dortmunder Erzrivalen Schalke 04 antrat. Ob in Gelsenkirchen oder im eigenen Stadion, für die Borussen lief zunächst alles nach Wunsch. Den zweiten Treffer erzielte Verteidiger Subotic, der einen Eckstoß von Zidan ins Netz drückte. Aber Werder ist dafür bekannt, sich von solchen Spielständen allenfalls zurück-, nicht aber umwerfen zu lassen. Auch in dieser Partie gaben die Bremer keineswegs auf. Aber besonders ihr erfolgreichster Stürmer Claudio Pizarro blieb diesmal meist blass. Einmal aber traf er die Latte. Die Dortmunder verteidigten ihren Vorsprung mit viel Einsatz, aber inzwischen ohne ihren Kapitän Sebastian Kehl, der wegen einer Leistenverletzung ausfiel. Auch die Bremer mussten ohne ihren Vorarbeiter im Mittelfeld auskommen. Torsten Frings fehlte wegen einer Sperre.

Im zweiten Durchgang verkrafteten die Bremer das Fehlen von Frings offenbar besser als die Dortmunder die Abwesenheit von Kehl. Werder trat nun wesentlich zielstrebiger auf, verschaffte sich deutliche Feldvorteile und machte durch den Anschlusstreffer von Aaron Hunt auch dieses Spiel wieder spannend. Den Borussen gelang es nur noch vereinzelt, die eigene Abwehr durch Gegenstöße zu entlasten. Letztlich reichten dem Revierklub die beiden Treffer aus der ersten Hälfte zum einem in jeder Hinsicht knappen Sieg.

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