Dortmund - Cottbus 1:1 : Kung Fu ohne Leidenschaft

Dortmund enttäuscht beim 1:1 gegen Cottbus in einer zähen Partie. Negativer Höhepunkt: die Rote Karte für BVB-Profi Young-Pyo Lee, der rüde gegen Savo Pavicevic einsteigt.

Felix Meininghaus[Dortm]
Fußball - Borussia Dortmund - FC Energie Cottbus 1:1
Aller Protest hilft nicht. Schiedsrichter Peter Sippel zeigt dem Dortmunder Young-Pyo Lee nach grobem Foulspiel die Rote Karte.Foto: dpa

Die Marschroute hatte Jürgen Klopp vor dem Anpfiff ausgegeben: „Wir müssen heute richtig beißen“, hatte Dortmunds Trainer verkündet. Das Spiel gegen Energie Cottbus würde nichts für Fußball-Ästheten sein, gefordert waren Männer mit der Bereitschaft, die Ärmel hochzukrempeln. Klopps Spielern gelang es nicht, die geforderte Leidenschaft zu entwickeln. Vor 66 300 Zuschauern kamen sie über ein 1:1 (1:1) nicht hinaus. Zudem verloren die Gastgeber in der Nachspielzeit auch noch Young-Pyo Lee, der nach einer rüden Kung-Fu-Einlage gegen Savo Pavicevic die Rote Karte sah.

Es war nicht nur für den Koreaner ein Abend mit geringem Lustfaktor. Der BVB spielte in dieser Saison vor heimischer Kulisse bereits zum achten Mal Remis, die Mannschaft stagniert spielerisch. Die Cottbuser hingegen freuten sich über einen Punkt. „Wir wollten hier unbedingt was mitnehmen“, sagte Ervin Skela, „bei etwas mehr Cleverness wären sogar drei Punkte möglich gewesen.“ Dagegen gab BVB-Kapitän Sebastian Kehl zu, „dass wir uns das anders vorgestellt haben. Wir müssen zuhause klarer und selbstbewusster auftreten.“

Dortmund zeigte von Beginn an zu wenig Präzision und hatte kaum überraschende Ideen – so hatten es die Cottbusser leicht, hinten sicher zu stehen. „Viel zu statisch“, fand Klopp das Spiel seiner Mannschaft, „wir sind sehr selbstkritisch und wissen, dass eine solche Leistung nicht ausreicht.“ Cottbus verteidigte wie erwartet mit fast allen Spielern, der BVB tat sich schwer, die Lücken zu finden.
So ergab sich eine zähe Partie, bei der sich die Cottbuser nach einer knappen halben Stunde immer öfter aus der Deckung wagten. In der 31. Minute gingen sie verdient in Führung. Nach einem Schuss von Skela an den Pfosten nahm Atan Cagdas den Abpraller auf und jagte ihn in die Maschen. Der türkische Nationalspieler stand auch beim Ausgleich im Mittelpunkt, weil er Sebastian Kehl bei einem Eckball zu Boden riss. Den folgenden Strafstoß verwandelte Alexander Frei zum Ausgleich.

Danach konnte sich der BVB bei Torhüter Roman Weidenfeller bedanken, dass er die Großchancen von Emil Jula und Ervin Skela reaktionsschnell entschärfte. Dortmunds einzige Großchance in Hälfte zwei hatte Frei, doch seinen Schuss parierte Gerhard Tremmel mit einer fantastischen Parade.

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