Dortmund- Cottbus : Das Ende der Sommerdepression

Endlich die ersten Punkte: Borussia Dortmund präsentiert sich beim 3:0 gegen Cottbus als Einheit.

Richard Leipold
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Die Dortmunder stürmten zeitweise wie entfesselt. -Foto: dpa

DortmundIm dritten Versuch hat Borussia Dortmund die Anfangshöhe in der Fußball-Bundesliga gemeistert, souverän sogar. Beim 3:0 über Energie Cottbus bekämpften die Westfalen, die zuvor zweimal verloren hatten, ihre Sommerdepression mit einem sportiven Stimmungsaufheller. Aus einem losen Verbund qualifizierter Einzelspieler wurde auf dem Rasen eine starke Gemeinschaft. „Wir hatten uns vorgenommen, wieder als Mannschaft aufzutreten“, sagte Florian Kringe, der das krampflösende erste Tor erzielte. „Dass wir mal deutlich gewonnen haben, beruhigt ein bisschen. Wir hatten einen schönen Fußball-Nachmittag.“

Dazu trug auch der neue BVB-Stürmer Diego Klimowicz mit seinen beiden Treffern maßgeblich bei (70./84. Minute). Der zuletzt ein wenig unglücklich wirkende BVB-Trainer Thomas Doll zeigte sich erleichtert. „Das ist ein kleiner Neuanfang gewesen für unser Team. Wir sind wieder ein Stückchen zusammengewachsen.“

Die Dortmunder stürmten zeitweise wie entfesselt. Und sie ließen nicht den geringsten Zweifel daran, dass sie nach ihrem Fehlstart umgehend mit den Entschädigungsleistungen beginnen wollten. Dennoch brauchten sie zunächst viel Geduld, ehe Kringe mit voller Wucht nachholte, was seine Mitstreiter vorher versäumt hatten (44.). Bis dahin hatten die Westfalen zwar mitreißend gespielt, ihr Ziel aber immer wieder verfehlt. Mladen Petric, vom verhinderten Regisseur in einen forschen Stürmer zurückverwandelt, traf den Pfosten. Verteidiger Dede hob den Ball aus dreißig Metern über das leere Tor, das Schlussmann Piplica verlassen hatte, um eine Störung weiter vorn zu beheben.

Die Borussen stürmten zu leidenschaftlich, als dass die vielen vergebenen Chancen hätten Frustration hervorrufen können. Und Cottbus machte es ihnen leichter, als zu erwarten war. Statt sich wie üblich auswärts zu verbarrikadieren, versuchten die Lausitzer mitzuspielen, wurden aber fast nie gefährlich. „Bis zum Strafraum war es halbwegs okay, aber das reicht nicht“, sagte Energie-Trainer Petrik Sander. „Zielstrebigkeit und Genauigkeit waren zu wenig ausgeprägt.“ Zudem erfordere der Abstiegskampf „mehr Moral, mehr Willen, mehr Biss“. Diese Cottbuser Grundtugenden zeigte nur der BVB. Richard Leipold

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