Dortmund - Hannover 4:1 : So spielt ein Absteiger

Hannover 96 setzt den Abwärtstrend auch in Dortmund fort und ergibt sich am Ende fast wehrlos. Dem BVB gelingt nach drei Niederlagen in Serie ein müheloser Sieg.

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Dortmund - Kurz vor halb vier, als die beiden Mannschaften den Rasen betraten, ging über dem Dortmunder Stadion ein eisiger Platzregen nieder. Da liegt es nahe, das Wortspiel von der kalten Dusche zu bemühen. Vor allem bei einem Klub wie Hannover 96: Die Niedersachsen kassierten beim 1:4 (0:1) gegen Borussia Dortmund die achte Niederlage in Folge.

Die Lage in Hannover hat sich auch unter Trainer Mirko Slomka um keinen Deut verbessert. Im Gegenteil, fünf Spiele, null Punkte lautet die desaströse Zwischenbilanz des neuen Trainers, auch zwei Psychologen haben noch keine Wende zum Guten gebracht. Nach den 90 Minuten ging Slomka mit seinen Spielern hart ins Gericht. „Wir machen schwere individuelle Fehler“, rügte er und stufte das Auftreten als „unverständlich und unprofessionell“ ein: „Wer solche Fehler macht, gehört nicht in die Bundesliga.“ Dagegen geht es für die Dortmunder nach zuletzt drei Niederlagen in Folge wieder aufwärts. Trainer Jürgen Klopp hatte von seinem Team ein „spektakuläres Spiel“ gesehen: „Das war unser Auftrag, den haben wir erfüllt.“

Von Beginn an übernahmen die Gastgeber die Initiative, Hannover hatte eigentlich nie eine Siegchance. Dortmunds Torjäger Lucas Barrios wurde gleich drei Mal gut in Szene gesetzt, und nach einer Viertelstunde verzog Mohamed Zidan freistehend. Es dauerte schließlich bis zur 44. Minute, bis Manndecker Neven Subotic einen Eckball von Nuri Sahin mit dem Kopf über die Linie bugsierte. Hannover befreite sich zu Beginn der zweiten Hälfte immerhin ein wenig vom Druck und hatte durch Schlaudraff zwei gute Möglichkeiten. Doch nach einer Stunde Spielzeit knockte sich der Gast selbst aus: Nach einem Freistoß von Zidan köpfte Mario Eggimann den Ball ins eigene Tor. Es kommt viel zusammen in dieser Saison für die gebeutelten Hannoveraner.

Es kam sogar noch schlimmer: Der eingewechselte Nelson Valdez und Kevin Großkreutz erhöhten für den BVB, der Ehrentreffer durch Arouna Koné fiel nicht weiter ins Gewicht. In seiner Analyse stufte Slomka den vierten Gegentreffer als exemplarisch ein: „Vorne keinen Offensivzweikampf gewonnen, hinten wie die Schüler gespielt.“

Tatsächlich: So spielt ein Absteiger. Derzeit, so scheint es, hat sogar Hertha BSC größere Chancen, den Klassenerhalt zu schaffen. Felix Meininghaus

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