Dortmund - Hertha 1:2 : Hertha schlägt den Meister

Hertha BSC hat beim amtierenden Deutschen Meister Borussia Dortmund mit 2:1 durch Tore von Raffael und Niemeyer gewonnen. Sensationell ist der Sieg aber nicht.

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Peter Niemer (r.) bejubelt seinen vorentscheidenen Treffer zur 2:0-Führung mit Raffael (l.), dem Torschützen zum 1:0. Foto: reutersWeitere Bilder anzeigen
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10.09.2011 17:23Peter Niemer (r.) bejubelt seinen vorentscheidenen Treffer zur 2:0-Führung mit Raffael (l.), dem Torschützen zum 1:0.

Die neue Saison in der Fußball-Bundesliga läuft schon etwas mehr als einen Monat; für Hertha BSC aber hat die Spielzeit eigentlich erst gestern begonnen. Die Rückkehr nach Dortmund, zum Duell gegen den Deutschen Meister, im größten Stadion der Republik galt im vergangenen Jahr immer als Synonym für das Ende der Zweitklassigkeit. Die Vorfreude und das Kribbeln war zumindest den Berliner Fans anzumerken, in überaus stattlicher Zahl begleiteten sie ihre Mannschaft ins Westfälische. Markus Babbel, Herthas Trainer, wirkte äußerlich ganz ruhig. Während sein Kollege Jürgen Klopp das Spiel schon früh in stehender Position verfolgte, verharrte Babbel die meiste Zeit in bequemer Sitzhaltung. Dortmund ist nichts, was den Berliner Trainer in Wallung bringt. Gegen den BVB hatte er noch nie verloren, weder als Spieler noch als Trainer. Und seine Serie hat auch nach dem 14. Aufeinandertreffen Bestand. Hertha BSC, der Aufsteiger in die Bundesliga, kam beim Meister zu einem sensationell anmutenden 2:1 (0:0)-Erfolg.

Bei genauerem Hinsehen aber war der Sieg alles andere als sensationell. Babbel hatte wie in Hamburg und Hannover die Auswärtstaktik mit nur einem Stürmer (Adrian Ramos) gewählt. Änis Ben-Hatira, erst vorige Woche vom HSV verpflichtet, saß zunächst nur auf der Bank. Die Berliner stellten sich gegen den Meister äußerst geschickt an. Sie verdichteten die Räume immer da, wo Gefahr hätte entstehen können, manchmal erst knapp vor dem eigenen Strafraum. Spätestens da aber verfingen sich die Dortmunder in einer Art Gitternetz.

Nach Balleroberungen versuchte Hertha, schnell umzuschalten und entschlossen auf das BVB-Tor zu spielen. Auch wenn das nicht immer funktionierte – die ersten Gelegenheiten hatten die Gäste. Nachdem Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller eine Flanke von Patrick Ebert falsch berechnet hatte, kam Ramos am langen Pfosten an den Ball, sein Schuss aber landete nur am Außennetz. Knapper war es kurz darauf, als sich Tunay Torun mit einem Doppelpass Platz verschaffte. Der Türke versuchte es auch 18 Metern, sein Flachschuss aber ging scharf am Pfosten vorbei ins Aus.

Die Dortmunder fanden bei schwülwarmem Wetter nur schwer in die Spur. Sie sammelten zwar eine Menge Ballbesitz, ihren Bemühungen aber fehlte es an Dynamik und Esprit. Der Ausfall von Mario Götze (Rotsperre) machte sich nicht unbedingt positiv bemerkbar. Richtig unter Druck geriet Hertha nie, von Dauerdruck ganz zu schweigen. Als Shinji Kagawas Flachschuss knapp am Tor der Berliner vorbeirauschte, waren schon fast 20 Minuten vorüber; und erst nach einer knappen halben Stunde bekam Herthas sehr guter Torhüter Thomas Kraft den ersten Schuss auf sein Tor. Bei Ilkay Gündogans Freistoß reagierte er glänzend, genauso wie kurz vor der Pause bei einer Gelegenheit von Kevin Großkreutz.

Wie Herthas-Sieg nach der Pause zustande gekommen ist, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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