Sport : Dortmund holt auf und kommt weiter

Nach 0:1-Rückstand siegt Borussia 2:1 gegen Arsenal

Richard Leipold

Dortmund. Der letzte Spieltag in der Champions League birgt für die deutschen Klubs keine Spannung mehr. Der FC Bayern ist raus, Leverkusen weiter und auch Borussia Dortmund kann sich über den vorzeitigen Einzug in die Zwischenrunde freuen. 2:1 (1:1) siegte der Deutsche Meister gegen den Englischen Meister. Weil zeitgleich der AJ Auxerre beim PSV Eindhoven 0:3 verlor, ist das letzte Gruppenspiel gegen Auxerre unerheblich geworden.

Zum ersten Mal in dieser Saison war in Dortmund die Nachfrage vor einem Champions-League-Spiel größer als das Angebot, und mancher Besucher wurde vor dem Eingang zum Westfalenstadion mit der Frage empfangen: „Hat noch jemand eine Karte?" Die gut 51 000 Fußballfreunde, die ein Ticket für diesen deutsch-englischen Fußballgipfel besaßen, erlebten einen aufregenden Abend zwischen den beiden führenden Mannschaften der Gruppe A.

Die Dortmunder begannen anders, als ihr Trainer Matthias Sammer es angekündigt hatte. Mit Blick auf die zumeist starke Anfangsphase des FC Arsenal hatte er die Dienstanweisung ausgegeben, „erst mal einen Rückstand zu verhindern“. Genau das gelang seinen Gefolgsleuten auf dem Rasen nicht. Obwohl die Engländer verhalten begonnen hatten, gingen sie in Führung. Der französische Nationalstürmer Thierry Henry erzielte in der 18. Minute mit einem gefühlvoll und raffiniert getretenen Freistoß das erste Tor. Dem BVB war in seiner elanvollen Anfangsoffensive kein Schussglück beschieden gewesen. Schon in der zweiten Minute hatte Ricken, der anstelle von Amoroso in der Startelf stand, mit einem Schuss aus zehn Metern den Pfosten getroffen; nicht besser erging es wenig später seinem Stürmerkollegen Koller, der eine Flanke des starken Dédé an den Innenpfosten köpfte. Dazwischen war Rosicky mit einem Schuss an Torhüter Seaman gescheitert.

Nachdem Arsenal das Spiel vorübergehend unter Kontrolle bekommen und Vieira die Chance zum 2:0 vergeben hatte, nahm die erste Halbzeit für Dortmund doch noch ein ermutigendes Ende. Der gut aufgelegte Regisseur Tomas Rosicky zeigte, dass auch er viel Gefühl für Standardsituationen mitbringt. Aus 25 Metern Entfernung zirkelte er einen indirekten Freistoß so geschickt in den Strafraum, dass Mittelfeldspieler Gilberto dem Ball unfreiwillig den letzten Dreh zum Ausgleich gab (38.); ohne seine Mithilfe hätte der Treffer nicht gezählt. Neben Arsenals Gilberto leistete auch Arnold Bruggink vom PSV Eindhoven den Dortmundern Hilfe – sein Führungstor im Spiel gegen AJ Auxerre, in Dortmund unter großem Jubel bekannt gegeben, eröffnete der Borussia zur Halbzeit wieder gute Chancen auf das Erreichen der Zwischenrunde.

Nach gut einer Stunde stiegen die Dortmunder Chancen weiter, als Seaman den Dortmunder Mittelstürmer Koller im Strafraum zu Fall brachte. Nach kurzer Diskussion, wer schießen sollte, übernahm Rosicky Ball und Verantwortung. Seaman ahnte zwar die Ecke, konnte den platzierten Strafstoß aber letztlich nicht abwehren. Als dann auch noch der neue Zwischenstand aus Eindhoven – 3:0 für die Niederländer – unter den Fans im Stadion die Runde machte, sangen die Dortmunder Anhänger auf der Südtribüne die britische Fanhymne „Football is coming home“.

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