Dortmund - Kaiserslautern 5:0 : Dortmund schießt sich nach oben

Die Dortmunder gewinnen auch ihr viertes Spiel hintereinander – beim 5:0 bekommt der 1. FC Kaiserslautern ihre Überlegenheit zu spüren. Während der BVB auf dem Weg zurück zur Spitzenmannschaft ist, zeigt die Formkurve der famos gestarteten Lauterer nach unten.

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Alte Begehrlichkeiten neu erweckt: Ein BVB-Fan zeigt nach dem 5:0 über den FCK deutlich sein Saisonziel: Die Meisterschale.
Alte Begehrlichkeiten neu erweckt: Ein BVB-Fan zeigt nach dem 5:0 über den FCK deutlich sein Saisonziel: Die Meisterschale.Foto: rtr

Es scheint, als seien die Fußballprofis von Borussia Dortmund aus dem Rausch des Derbysiegs noch gar nicht aufgewacht, als ginge es einfach so weiter wie beim 3:1 am Sonntag gegen den Rivalen Schalke 04. Spiel eins nach diesem besonderen Triumph gewannen die Dortmunder jedenfalls 5:0 (2:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern.

Wie es das Ergebnis erzählt, war es ein fulminanter Auftritt der Borussia vor 70.100 Zuschauern. „Wer das Glänzen in den Augen meiner Spieler sieht, kann nur begeistert sein“, sagte Trainer Jürgen Klopp, dessen Augen selbst glänzten. Es war bereits der vierte Bundesligasieg in Folge, er lässt den BVB in der Tabelle weiter klettern. Die Borussia befindet sich mittlerweile auf Platz zwei, und auch wenn Klopp das überhaupt nicht hören mag: Wenn die Männer in Schwarz-Gelb weiter so spielen, sind sie trotz ihrer Jugend ein ernsthafter Kandidat auf den Meistertitel.

Vor dem Anpfiff hatte Klopp nicht nur die Kampf- und Laufstärke der Pfälzer gerühmt, sondern auch betont, „das Umschaltspiel ist hervorragend, die individuelle Qualität der Mannschaft ebenso“. Was er meinte, demonstrierten die Gäste allerdings nur in der Anfangsphase. Kirch passte flach herein auf Torjäger Lakic, dessen Schuss BVB-Keeper Roman Weidenfeller jedoch entschärfen konnte.

Es dauerte eine halbe Stunde, ehe die Borussia warm gelaufen war. Doch dann nutzten die Gastgeber die Löcher in der Lauterer Hintermannschaft gnadenlos aus: In der 31. Minute produzierte Nuri Sahin einen Zauberpass auf Lucas Barrios, der mit dem Außenrist aus dem Fußgelenk die Führung erzielte. Ein wunderbarer Treffer, der allerdings mit dem kleinen Makel behaftet war, dass Tobias Sippel den Ball durch die Beine passieren ließ.

Wenige Minuten später war der Torhüter allerdings machtlos. Wieder hatte der grandiose Sahin den Angriff eingefädelt, Kevin Großkreutz vollendete mit einem feinen Schlenzer in den Winkel. „Nach dem Dortmunder Führungstor haben wir alles vermissen lassen“, monierte Lauterns Trainer Marco Kurtz, „am Ende war der Sieg auch in dieser Höhe verdient. Wir haben hier Lehrgeld gezahlt.“

Es stimmt derzeit einfach fast alles bei den jungen Himmelsstürmern aus dem Revier, die in dieser Saison eine kaum glaubliche Bilanz von acht Siegen in neun Pflichtspielen vorzuweisen haben. In der zweiten Hälfte durfte Kaiserslauterns Kapitän und Manndecker Martin Amedick dann vor der mächtigen Südtribüne verteidigen, auf der er als Jugendlicher noch selbst gestanden hatte, um seinen BVB anzufeuern. Nun lautete seine Aufgabe, den Schaden in Grenzen zu halten. Ein unmöglicher Auftrag, wie sich zeigen sollte.

Die Dortmunder Borussia zelebrierte ihre Angriffe mit höchstem Tempo und ebenso hoher Präzision: Sippel rettete gegen den japanischen Zauberlehrling Shinji Kagawa in höchster Not, auch Barrios, Großkreutz und Piszczek versäumten es, das Ergebnis frühzeitig deutlicher zu gestalten.

Die Zuschauer schauten gnädig darüber weg und feierten ihre Mannschaft frenetisch. Drei Mal durften die völlig euphorisierten Fans dann doch noch jubeln: Mats Hummels war mit dem Kopf zur Stelle und erhöhte auf 3:0 (65.), später trafen auch noch der eingewechselte Robert Lewandowski (75.) und Barrios (88.). Kein Zweifel: Spiele mit Dortmunder Beteiligung sind derzeit ein echtes Spektakel.

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