Dortmund - Leverkusen : Borussia schlägt Bayer in der Nachspielzeit

Ein Torwartfehler lässt Leverkusen lange wie den sicheren Sieger aussehen. Doch Dortmund beweist Moral - und hat das bessere Ende für sich.

Heinz Büse[dpa]

Mit einer fulminanten Schluss-Offensive haben Dede und Alexander Frei Borussia Dortmund ein glückliches 2:1 (0:0) über Bayer Leverkusen beschert und den haarsträubender Fehler ihres Torhüter Marc Ziegler vergessen gemacht. Drei Minuten vor Schluss erzielte der Schweizer den Ausgleichstreffer, in der Nachspielzeit ließ der Brasilianer die über weite Strecken enttäuschend aufspielenden Hausherren doch noch jubeln. Zuvor nutzte Nationalstürmer Stefan Kießling (51.) in einem über weite Strecken schwachen Bundesliga-Spiel das Geschenk des völlig indisponierten BVB-Keepers und brachte die Gäste nach drei Pflichtspiel-Niederlagen in Serie in Führung.

Die Dortmunder blieben 13 Tage vor dem DFB-Pokalfinale gegen Bayern München in Berlin trotz des Sieges einmal mehr den Beweis ihrer Klasse schuldig. Das Team von Trainer Thomas Doll feierte allerdings nach fünf sieglosen Begegnungen wieder einen Erfolg. 69.400 Zuschauern in der Signal-Iduna sahen zum Abschluss des 27. Spieltages eine Bundesliga-Partie mit Höhepunkten erst in den Schlussminuten. Bemerkenswert neben dem beinahe schon unglaublichen Ziegler-Blackout war zuvor nur noch der 323. Bundesliga-Einsatz von Leverkusens Sergej Barbarez, der damit zum Rekord-Legionär geworden ist.

Erfolgreiche Schlussoffensive

Mit defensiver Grundausrichtung kam das Bayer-Team von Trainer Michael Skibbe beinahe zum sechsten Auswärtserfolg. Fast schien es so, als ob sich die Borussia schon für das Pokalfinale schonen wollte. Doch mit der Ruhe war es vorbei, als Dede sechs Minuten nach der Pause den Ball zurück zu seinem Torhüter Ziegler spielte, der das Leder nicht richtig traf und einen verhängnisvollen Querschläger produzierte. Kießling hatte natürlich keine Probleme, seinen achten Saisontreffer mit einem Schuss aus elf Metern zu erzielen.

Die Einwechslung der Torjäger Diego Klimowicz und Alexander Frei durch Doll sorgte dann für etwas mehr Schwung. Nach einem Freistoß aus 18 Metern traf Frei nur das Lattenkreuz und leitete damit die am Ende vom Erfolg gekrönte Schlussoffensive der Hausherren ein.

Dabei hatten die Leverkusener vor allem die Abwehr stabilisiert. Den Dortmundern fehlte das Selbstvertrauen und die Kreativität. Nur dann, wenn die Hausherren das Mittelfeld schnell überbrückten, waren sie gefährlich. Doch das war viel zu selten. Nelson Valdez (9.) und Mladen Petric (33.) scheiterten vor der Pause an Bayer-Keeper Rene Adler. Selbst Leverkusener Geschenke der Leverkusener verweigerten die Dortmunder. Kurz nach dem Wechsel scheiterte Valdez kläglich, als Dortmunds Manuel Friedrich den Ball am eigenen Strafraum vertändelte. Doch am Ende durften sie doch noch jubeln.

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