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Dortmund schlägt Frankfurt souverän mit 3:0 : Drei Mal Reus

Vor 80 500 Zuschauern sorgte Nationalspieler Marco Reus (8./10./65. Minute) im Alleingang für den Sieg der Borussia, der nur drei Tage nach dem hart erkämpften 2:2 bei Schachtjor Donezk in der Champions League ein weiterer Kraftakt gelang.

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Nicht zu stoppen: Nationalspieler Marco Reus (l.) erzielte alle drei Tore für den BVB beim 3:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt.
Nicht zu stoppen: Nationalspieler Marco Reus (l.) erzielte alle drei Tore für den BVB beim 3:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt.Foto: dpa

Es klingt ungewöhnlich, was Borussia Dortmund passiert ist. Oder wie Trainer Jürgen Klopp sagte: „Drei frühe Platzverweise in den letzten vier Heimspielen, das fühlt sich nicht so wahnsinnig gerecht an.“ Nach nur einer halben Stunde im Spiel gegen Eintracht Frankfurt hatte sein Stürmer Julian Schieber mit Gelb-Rot vom Platz gehen müssen, dabei hatte er eigentlich den gesperrten Angriffskollegen Robert Lewandowski ersetzen sollen. Doch Trainer Jürgen Klopp hat sich in der Vergangenheit über Platzverweise schon mal mehr echauffiert.
Der Dortmunder Trainer konnte Milde walten lassen, weil seine Mannschaft mit einer beeindruckenden Energieleistung vor 80 500 Zuschauern überaus verdient mit 3:0 (2:0) gewonnen hatte. Klopp sprach von einer „herausragenden Vorstellung“ seines Teams, „die Tore waren alle super herausgespielt - das hat Klasse.“ Da mochte sein Kollege Armin Veh nicht widersprechen. „Dortmund war die klar bessere Mannschaft, auch als sie einen Spieler weniger auf dem Platz hatten“, sagte der Frankfurter Coach, „wenn du verlierst, ist nichts gut, aber du musst Respekt haben, wenn der Gegner richtig gut kickt.“

Der 22. Spieltag in Bildern
Hannover-Trainer Mirko Slomka hatte an dem Treffer zum 2:2-Ausgleich in der Nachspielzeit durch Sebastian Polter schwer zu schlucken.Weitere Bilder anzeigen
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17.02.2013 21:34Hannover-Trainer Mirko Slomka hatte an dem Treffer zum 2:2-Ausgleich in der Nachspielzeit durch Sebastian Polter schwer zu...

Das taten die Dortmunder vor allem in der Person von vier Spielern, die aus einer geschlossen starken Einheit herausragten: Mats Hummels, Ilkay Gündogan, Mario Götze und natürlich Marco Reus, dem alle drei Tore des Spiels gelangen. Es war zum ersten Mal, dass dem Nationalspieler dieses Kunststück im Dortmunder Trikot gelang. Als er bei Borussia Mönchengladbach seine Premiere in der Disziplin „Dreierpack“ gefeiert hatte, hatte er vergessen, den Spielball mitzunehmen. Der Fehler unterlief ihm kein zweites Mal. Mit dem Ball unter dem Arm trat er als Bescheidenheit in Person auf. Es gehe nicht um ihn und seine Erfolgserlebnisse, betonte der Matchwinner, „wir haben defensiv gut gestanden, und dabei haben alle mitgemacht. Das ist unheimlich wichtig, wenn du in Unterzahl spielst.“

Julian Schieber war nach einem Ellbogen-Einsatz gegen Bastian Oczipka mit der zweiten Gelben Karte unter die Dusche geschickt worden. Hart, fand das Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc, er sagte aber auch:„Das kann man so geben.“ Beim Schlusspfiff war die Gleichzahl wieder hergestellt, eine Viertelstunde vor dem Ende hatte auch Frankfurts Takashi Inui Gelb-Rot gesehen. Doch das spielte keine Rolle, die Eintracht hatte zu diesem Zeitpunkt längst in die Niederlage eingewilligt. Spielentscheidend war für Veh die frühen Gegentore von Reus in der achten und zehnten Spielminute: „Damit haben sie uns den Zahn gezogen, danach war es natürlich schwer, gegen eine solch laufstarke Mannschaft noch etwas zu holen.“

Dennoch war augenfällig, wie eindeutig die Kräfteverhältnisse nach dem ersten Platzverweis verteilt waren. Da spielte zwar der Deutsche Meister gegen einen Aufsteiger, dennoch kommt nur selten vor, dass in der Ersten Liga ein Unterzahlspiel mit solch frappierender Dominanz geführt wird, wie das den Gastgebern in der zweiten Halbzeit gelang. Und das, obwohl der BVB am Mittwoch eine anspruchsvolle Champions-League-Partie in Donezk absolvierte, während die Frankfurter ausgeruht ins Spiel gehen konnten.

Vor allem Mario Götze stellte die Frankfurter Hintermannschaft vor unlösbare Probleme. Unwiderstehlich, wie er vor dem 3:0 auf und davonzog und dann hart bedrängt die Muße fand, sich zu drehen und Reus anzuspielen. Klopp konnte erst einmal durchschnaufen: „Wir haben aus einer Woche, die Scheiße begonnen hat, noch eine gute gemacht.“

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