Sport : Dortmund spart sich Amoroso

Der Bundesligaklub löst den Vertrag des Großverdieners auf

Felix Meininghaus

Dortmund. Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat einen radikalen Kurswechsel angekündigt – und ihn mit einer ersten Maßnahme begonnen: Der Vertrag von Marcio Amoroso wird aufgelöst. Eine Ablösesumme werden die Dortmunder für den zurzeit am Knie verletzten Brasilianer zwar nicht erwirtschaften, aber – und das zählt in Zeiten der Rezession mehr – sie haben den größten ihrer Großverdiener von der Gehaltsliste. Mindestens 4,5 Millionen Euro haben sich die Dortmunder die Dienste des kapriziösen Stars pro Jahr kosten lassen. Der hatte das außerordentliche Salär anfangs dadurch gerechtfertigt, dass er seinen Arbeitgeber zur Meisterschaft 2002 geschossen hatte und mit 18 Treffern Torschützenkönig wurde.

Doch danach war Amoroso meist dadurch aufgefallen, dass er seinen Klub nach Strich und Faden vorführte. „Wir mussten handeln“, sagt Manager Michael Meier, „um nicht weiter an Reputation zu verlieren.“ Ein Schritt, der schon im Winter hätte vollzogen werden müssen, wie der Manager einräumt. Der Zeitpunkt sei „sicherlich diskussionswürdig, aber es ist ja nie zu spät“. Dies kann jedoch nur ein Schritt sein im Sanierungsplan des BVB. Zwar zählt Meier auf, sein Klub habe in dieser Saison bereits die Spieler Lehmann, Fernandez und Reina abgegeben, zudem werde Stefan Reuter im Sommer seine Karriere beenden und der ausgeliehene Flavio Conceicao nach Madrid zurückkehren. Damit hätten die Dortmunder zwar Gehaltskosten gespart, doch dringend erforderliche Transfererlöse stehen noch aus. Wer zur Disposition steht, will Meier nicht sagen. Das bringe nichts, „außer, dass sich in München Herr Rummenigge kaputtlacht“.

Meier kündigt an, „zwei bis drei Spieler“ zu verkaufen. Wer, „das bestimmt allein der Markt“. Nur gibt der lange nicht mehr so viel her wie in den Zeiten, in denen die Dortmunder auf Einkaufstour gingen. Wie gering die Sicherheit derzeit ist, zeigen die Aussagen in Bezug auf Tomas Rosicky. Für den Tschechen habe im Januar eine Anfrage von Chelsea London vorgelegen, sagt Meier heute. Vor einigen Monaten war genau das dementiert worden.

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