Sport : Dortmund übt sich weiter im Feiern

Souverän hat der BVB die Tabellenführung ausgebaut – gegen eine gut aufgelegte Kölner Mannschaft mit überragendem Torwart

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Ganze Breite. Kölns Keeper Michael Rensing zeigte spektakuläre Paraden. Foto: Reuters Foto: REUTERS
Ganze Breite. Kölns Keeper Michael Rensing zeigte spektakuläre Paraden. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Seit Jürgen Klopp bei Borussia Dortmund tätig ist, hat das Wort Gier seinen festen Platz im Sprachgebrauch des BVB. Vor der Begegnung gegen den 1. FC Köln hatte der Trainer des BVB verkündet, die entscheidende Frage sei, „wer in diesem Spiel die größere Gier entwickeln kann“. Die Antwort auf diese Frage fiel nicht leicht am Freitagabend, weil sich beide Kontrahenten in puncto kämpferischer Attitüde nichts vorwerfen lassen mussten. Dass es am Ende beim 1:0 (1:0) dennoch einen hochverdienten Sieger gab, lag daran, dass der BVB vor 80 720 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion eindeutig mehr spielerische Klasse einbrachte.

Für Klopp bedeute der Sieg ein Jubiläum, es war der 50. dreifache Punktgewinn im 93. Spiel, seit er beim BVB auf der Trainerbank sitzt. Jetzt, wo der Spitzenreiter noch neun Begegnungen bis zum Saisonende zu bestreiten hat, müsste im Revier schon eine Epidemie ausbrechen, um den siebten Meisterschaftsgewinn der Vereinsgeschichte zu verhindern.

Die Gastgeber konnten wieder auf ihren genesenen Stammtorhüter Roman Weidenfeller zurückgreifen, dafür mussten sie Abwehrchef Mats Hummels ersetzen, der sich beim morgendlichen Abschlusstraining eine Bauchmuskelzerrung zugezogen hatte. Auch die Kölner gingen gehandicapt ins Spiel, ihnen fehlte mit Geromel der beste Defensivmann.

Die Partie der besten gegen die drittbeste Rückrundenmannschaft begann wie erwartet: Dortmund drückte aufs Tempo, die Kölner ließen sich weit zurückfallen, um die Räume vor dem eigenen Tor eng zu machen. Das gelang leidlich, dennoch führte der Sturmlauf des BVB zu einer ganzen Reihe guter Torgelegenheiten. Doch Michael Rensing im Kölner Tor war glänzend aufgelegt und hielt sein Team mit spektakulären Taten im Spiel: Den fulminanten Freistoß von Neven Subotic aus über 30 Metern kratzte er aus der Ecke, bei einem Kopfball von Felipe Santana nach Ecke von Mario Götze zeigte er einen fantastischen Reflex. Und als Rensing geschlagen war, weil Barrios den Ball aus kurzer Distanz an ihm vorbeigespitzelt hatte, schlug Verteidiger Kevin Pezzoni den Ball von der Linie. Kurz vor der Halbzeit aber leitete Goetze einen langen Ball von Bender zu Lewandowski weiter. Der Schuss zischte unhaltbar ins lange Eck.

Die Gäste aus dem Rheinland nutzten die Pause, um sich zu sammeln und nach dem Seitenwechsel auch mal in der Dortmunder Hälfte aufzutauchen. Nach einem Querschläger von Subotic musste Weidenfeller gedankenschnell dazwischen gehen, um gegen Novakovic den Ausgleich zu verhindern. Nun war es ein packender Schlagabtausch, in dem auch die Kölner ohne den verletzt ausgeschiedenen Lukas Podolski das Spiel nach vorn forcierten: Novakovic war frei durch, schob den Ball jedoch vorbei. Im Gegenzug parierte der überragende Rensing einen Kopfball von Subotic, das Publikum bekam Hochgeschwindigkeits-Fußball geboten, vor allem in Richtung des Kölner Tores.

Barrios und Sahin trafen die Latte, dann war Schluss. Am Ende taten die Borussen das gleiche wie sonst auch: Sie feierten einen weiteren Sieg auf dem Weg zum Titel.

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