Sport : Dortmund - Unterhaching: Das Telefon bleibt still

Leverkusens Trainer Berti Vogts musste vor dem Spitzenspiel gegen Hertha BSC einen weiteren personellen Rückschlag verkraften. Der Brasilianer Ze Roberto meldete sich mit einem Muskelfaserriss ab, nachdem schon die Leistungsträger Jens Nowotny und Michael Ballack verletzungsbedingt nicht mitwirken konnten. Außerdem fehlte der rotgesperrte Robson Ponte. Trotzdem erwischte der Vizemeister im Duell der Uefa-Cup-Verlierer den besseren Start. Die Gastgeber wirkten frischer, spielfreudiger und engagierter. So versuchte Pascal Ojigwe (5.) mit einem Fernschuss sein Glück, doch der Ball ging neben das Tor. Aus stark abseitsverdächtiger Position erzielte dann Oliver Neuville nur zwei Minuten später das Führungstor für Bayer. Die Vorarbeit hatte Carsten Ramelow geleistet. Der Berliner Pal Dardai hatte den Ball im eigenen Strafraum leichtsinnig vertendelt und diese Gelegenheit für Leverkusen überhaupt ermöglicht. In der 15. Minute verfehlte ein Kopfball von Bernd Schneider nach Flanke von Jörg Reeb nur knapp das Gehäuse von Herthas Schlussmann Kiraly.

Der ehemalige Bundestrainer Vogts verließ in der 16. Minute sichtlich zufrieden seinen Tribünenplatz, um sich auf die Bank der Leverkusener zu setzen. Wie schon in den vorausgegangenen Heimspielen hatte er die Nähe zwischen Tribüne und Trainerbank genutzt, um sich einen besseren Blick zu verschaffen. Nur drei Minuten später konnte er schon wieder aufspringen. Einen herrlichen Außenristpass von Ulf Kirsten verwertete wiederum Neuville mit seinem achten Saisontreffer zum 2:0. Allerdings profitierte der Nationalstürmer von einem krassen Fehler von Andreas Schmidt, der sich postwendend ausgewechseln ließ. Wie schon dem ersten Treffer ging auch dem zweiten Leverkusener Tor ein individueller Fehler voraus. In der ersten Halbzeit hatten die Berliner vor allem Probleme in der Defensive. Rehmer, der sich um Neuville zu kümmern hatte, sowie Sverrisson, der an Kirsten gestellt worden war, agierten überhastet und hektisch. Die Übergabe funktionierte nicht, zudem erwies sich der Einsatz des angeschlagenen Schmidts als unglücklich.

Für ihn kam der ehemalige Leverkusener Stefan Beinlich. Herthas Trainer Jürgen Röber ging nun volles Risiko, ließ in der Abwehr Mann gegen Mann spielen und beorderte Beinlich nach längerer Verletzungspause als zusätzlichen Mann ins Mittelfeld. Herthas einzige Chance vor dem Pausenpfiff entsprang einer Standartsituation. Sebastian Deisler, der auf seiner rechten Seite ebenso wenig zu Stande brachte wie Michael Hartmann auf der linken, setzte einen direkten Freistoß Millimeter am Leverkusener Gebälk vorbei (43.).

In der Halbzeitpause forderte Herthas Manager Dieter Hoeneß ein anderes Gesicht seiner Mannschaft. "Ich hoffe, dass noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft geht. Jeder sehnt sich nach der Winterpause, aber jetzt kommt es noch einmal darauf an, aufzustehen, und bis zum letzten Spieltag vor Weihnachten zu kämpfen".

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