Sport : Dortmund verliert 0:2 gegen Stuttgart

Felix Meininghaus[Dortm]

Gestern Abend war mal wieder einer dieser Anlässe, bei denen der Überlebenskampf von Borussia Dortmund durch 90 Minuten Fußball unterbrochen wurde. Eine denkwürdige Partie in der wechselvollen Geschichte des Revierklubs ist der Auftritt gegen den VfB Stuttgart nicht gewesen. Im Gegenteil: Während in der Bundesliga lediglich drei Punkte vergeben werden, geht es heute für den BVB in Düsseldorf bei der Versammlung der Anteilseigner des Molsiris-Fonds um das Fortbestehen des Vereins. Da spielte das Geschehen auf dem Rasen eine fast untergeordnete Rolle. Die Dortmunder verloren bei der Rückkehr ihres ehemaligen Trainers Matthias Sammer gegen den VfB mit 0:2.

Vor dem Spiel wurde im Westfalenstadion erneut die enge Verbindung zwischen den Dortmunder Spielern und den Fans beschworen: Die Profis entrollten ein Spruchband mit dem Worten „Mit Euch als Freund fürchten wir keinen Feind“, das Publikum erhob sich erneut in der neunten Minute, um das Vereinslied abzusingen. In Zeiten existenzbedrohender Zustände wachsen offenbar alle zu einer Solidargemeinschaft zusammen.

Auf dem malträtierten Rasen war das Geschehen weit weniger emotional. Die Stürmer waren von zwei dominierenden Abwehrreihen weitgehend abgemeldet, es war kein Zufall, dass der Manndecker Martin Stranzl die beiden besten Stuttgarter Chancen hatte, ehe Silvio Meißner kurz vor dem Halbzeitpfiff nach Flanke von Andreas Hinkel die schmeichelhafte Stuttgarter Führung erzielte.

Der VfB wirkte verunsichert, doch den Gastgebern gelang es nicht, daraus Vorteile zu ziehen. Erst nach der Pause entschlossen sich die Kontrahenten, ihrer Arbeit mit einem Schuss Leidenschaft nachzugehen. Die Ereignisse überschlugen sich: Markus Brzenska rettete bei einem Schuss von Nationalstürmer Kevin Kuranyi auf der Linie, im Gegenzug sah der Stuttgarter Fernando Meira nach einer Notbremse gegen Ebi Smolarek die Rote Karte. Jan Koller scheiterte bei dem folgenden Elfmeter an Timo Hildebrand.

Die Dortmunder berannten in Überzahl das Stuttgarter Tor mit großem Engagement, aber wenig Plan. Das Powerplay brachte ständigen Ballbesitz und zwei gute Gelegenheiten durch Koller und Markus Brzenska, aber kein Tor. Zum Schluss kam es für den BVB knüppeldick, als Kapitän Christian Wörns nach einer Notbremse gegen Alexander Hleb vom Platz flog und Meißner mit dem Strafstoß in der Nachspielzeit das Endergebnis herstellte. „Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Sebastian Kehl, „Stuttgart war einfach cleverer.“

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