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Dortmund - Wolfsburg 2:3 : Schmelzer, Stark und ein unglückliches Händchen

08.12.2012 20:15 Uhrvon
Nicht zu glauben. Die Dortmunder protestieren gegen die Rote Karte für Schmelzer (l.), Schiedsrichter Stark aber bleibt hart.Bild vergrößern
Nicht zu glauben. Die Dortmunder protestieren gegen die Rote Karte für Schmelzer (l.), Schiedsrichter Stark aber bleibt hart. - Foto: firo Sportphoto

Borussia Dortmund gerät nach einer krassen Fehlentscheidung von Schiedsrichter Wolfgang Stark gegen den VfL Wolfsburg auf die Verliererstraße - obwohl es der Referee nicht bei einem umstrittenen Pfiff beließ.

Im Nachhinein klingen die Worte, die Wolfgang Stark vor Spielbeginn bei der Platzwahl wählte, wirklich bemerkenswert. „Konzentriert von der ersten Sekunde an“, ermahnte der Schiedsrichter seinen Assistenten. Der Mann aus Ergolding war die spielentscheidende Figur, seine schlimme Fehlentscheidung leitete die zweite Heimniederlage von Borussia Dortmund in dieser Saison ein. Der Deutsche Meister unterlag dem VfL Wolfsburg in einem kuriosen Spiel mit 2:3 (1:2), später sprach BVB-Trainer Jürgen Klopp davon, „das Zustandekommen dieses Ergebnisses war skurril“.

Dabei hatte für den BVB alles so gut begonnen. Die Gastgeber stürmten, die überforderten Wolfsburger rannten ihren Gegnern hinterher.

Technisch und läuferisch offenbarte sich in der ersten halben Stunde ein Klassenunterschied. Bereits in der sechsten Minute schlug die Borussia zu, ein Freistoß von Marco Reus landete im langen Eck, Torhüter Benaglio konnte dem Ball nur noch hinterher schauen.

„Bis dahin haben wir sensationell gespielt“, sagte Klopp, „Wolfsburg hatte keine Chance.“ Doch der BVB versäumte es, die Führung auszubauen, stattdessen kassierte er in der 36. Minute einen Nackenschlag der besonders herben Sorte: Die erste Chance der Wolfsburger durch Bas Dost klärte Marcel Schmelzer auf der Torlinie. Und zwar mit dem Knie sowie dem Oberschenkel und nicht mit der Hand. Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte es anders gesehen und zeigte dem entsetzten Nationalspieler Rot. „Das war ein Wahrnehmungsfehler“, gab Stark nach dem Spiel zu. „Ich war mir sicher, aber die Bilder im Fernsehen sprechen eine andere Sprache. Das tut mir natürlich leid.“ Mit dem Pfiff lenkte Stark das Spiel in eine völlig neue Richtung.

Die Gäste nahmen das unverhoffte Geschenk dankend an, Diego verwandelte den Strafstoß. Das größte Problem für die Borussia war nicht der Gegentreffer, sondern der Umstand, fast eine Stunde lang in Unterzahl spielen zu müssen. „Bei elf gegen elf gibt es hier nur einen Sieger, da gibt es kein Vertun“, sagte Klopp, und natürlich meinte er seine Mannschaft. So kam es für den BVB noch dicker: Nach einem Freistoß traf Naldo zum 2:1, das Spiel war endgültig gedreht. Wolfsburg führte und wusste nicht, wie es möglich ist, so viel Glück zu haben. Die Dortmunder sahen sich mit der anspruchsvollen Aufgabe konfrontiert, den Rückstand in Unterzahl aufholen zu müssen. Zu Beginn der zweiten Hälfte brachte Klopp Ivan Perisic für Moritz Leitner ins Spiel und setzte damit ein Zeichen, dass der BVB durchaus gewillt war, seine Chance zu suchen. Tatsächlich agierte Dortmund auch mit einem Mann weniger überlegen, Reus hatte die Chance zum Ausgleich, doch sein Fallrückzieher war zu unplatziert und landete in Benaglios Armen.

Dortmund stürmte, Wolfsburg beschränkte sich in diesem paradoxen Fußballspiel trotz des Vorteils auf wenige Konter. Als Stark nach einer Stunde die Gelegenheit bekam, etwas gutzumachen, ergriff er sie prompt. Der Zweikampf von Kjaer gegen Lewandowski war nicht zwingend mit einem Strafstoß zu ahnden, dennoch zeigte der Unparteiische, der wohl inzwischen auf seine Fehlentscheidung in Hälfte eins aufmerksam gemacht worden war, auf den Punkt. Blaszczykowski schob den Ball zum 2:2 in die rechte Ecke. Kein Zweifel, dieser Ausgleich war hochverdient. Als Götze, Perisic und Reus beste Chancen vergaben, schlug Wolfsburg durch Bas Dost noch einmal zu und entschied ein Spiel, das als eines der kuriosesten dieser Spielzeit in Erinnerung bleiben wird. Jürgen Klopp schüttelte nur den Kopf: „Dieses Ergebnis ist brutal hart.“

Immerhin kommt Marcel Schmelzer um eine Sperre herum. Der Kontrollausschuss werde am Montag die Einstellung des Verfahrens gegen den Verteidiger beantragen, erklärte DFB-Sprecher Ralf Köttker. Die drei Punkte aber werden die Dortmunder wohl kaum zurückerhalten.

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