Sport : Dortmund - Wolfsburg: In Dortmund ist vieles Gold, was glänzt

Felix Meininghaus

Lasst Zahlen sprechen: Vier Spiele hat Borussia Dortmund in der noch jungen Saison absolviert und dabei drei Siege in der Bundesliga sowie einen Erfolg in der Champions-League-Qualifikation erzielt. Die Tordifferenz hat sich auf 8:0 addiert. Macht Platz eins in der Tabelle mit national und international glänzenden Perspektiven. So eine Bilanz nennt sich makellos. Von der ausgezeichneten Frühform konnte sich gestern der VfL Wolfsburg im Westfalenstadion überzeugen. Mit 0:4 (0:3) unterlagen die Gäste den Dortmundern, und Trainer Wolfgang Wolf war "froh, dass es nicht höher ausgegangen ist".

Wolf hat ganz richtig erkannt, wie unbeschwert das beschwingte Dortmunder Millionen-Ensemble zurzeit ans Werk geht: "Die haben einfach einen Lauf, alles was sie anfassen, wird zu Gold." Allein das erste Tor berechtigte zu euphorischen Gefühlsausbrüchen: Den traumhaften Pass von Tomas Rosicky nahm Marcio Amoroso auf, umkurvte leichtfüßig Wolfsburgs Torhüter Claus Reitmaier und schob zu seinem vierten Saisontreffer ein. Das 2:0 der Dortmunder nur fünf Minuten später war eine sehenswerte Koproduktion der beiden Altborussen Stefan Reuter und Lars Ricken.

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Online-Umfrage: Gucken Sie Bundesliga zukünftig lieber auf Premiere? Überhaupt scheinen die Dortmunder Stammkräfte in der neu zusammengestellten Mannschaft regelrecht aufzublühen. Ob nun Jürgen Kohler, Christian Wörns oder Stefan Reuter - so spielfreudig und inspiriert hat man die Dortmunder Defensivkräfte seit Jahr und Tag nicht mehr gesehen. Hinten stehen sie sicher, und in der Offensive setzen sie immer wieder Impulse. Im Dortmunder Sturm läuft es derzeit sowieso wie von selbst. Da passte es ins Bild, dass sich endlich auch die Dortmunder in die Torschützenliste eintragen durften, die am sehnsüchtigsten auf einen Torerfolg warteten: Die Tschechen Jan Koller und Tomas Rosicky schossen ihre ersten Treffer im BVB-Trikot. Selbst Matthias Sammer, der notorische Skeptiker im Dortmunder Tross, sprach von einem "kleinen Lauf". Für den BVB-Trainer mutet eine solche Äußerung fast schon euphorisch an. Doch Sammer wäre nicht Sammer, wenn er nicht die Stirn in Falten legen und energisch den Zeigefinger heben würde: "Ich wehre mich dagegen, dass nach drei Spieltagen schon wieder die Meisterschaft und der Abstieg vergeben werden", sagte Sammer. "Die Fans dürfen ruhig euphorisch sein, aber meine Aufgabe ist es zu mahnen."

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