Sport : Dortmund - Wolfsburg: Unreif für die Meisterschaft?

Borussia Dortmund fühlt sich noch nicht reif für die Meisterschaft. Nach dem 1:1 (1:1) beim VfL Wolfsburg war Trainer Matthias Sammer desillusioniert: "Wir sind noch nicht so weit, um ganz nach oben zu kommen, das hat man einmal mehr gesehen", erklärte der Coach. Das Unentschieden dürfte den BVB wohl auch die letzten Titelhoffnungen in der Fußball-Bundesliga gekostet haben. Sammer ließ jedenfalls keinen Zweifel aufkommen: "Wer an die Spitze will, muss solche Spiele gewinnen." Vor allem die Einstellung seiner Mannschaft konnte der 33-Jährige nicht nachvollziehen: "Bei allem, was wir uns bislang erarbeitet haben, verstehe ich nicht, dass man in einem so wichtigen Spiel so harmlos agiert."

Obwohl die Borussen in der Schlussphase sogar Chancen zum Siegtreffer hatten, waren die Gäste über 90 Minuten die schwächere Mannschaft. Jörg Heinrich (22.) hatte den Westfalen vor 20 400 Zuschauern im ausverkauften VfL-Stadion immerhin einen Punkt gerettet, nachdem Andrzej Juskowiak mit seinem elften Saisontor (10.) für die Führung der "Wölfe" gesorgt hatte.

"Was wir geboten haben, war zu wenig", gab BVB-Torwart Jens Lehmann unumwunden zu. Auch Miroslav Stevic war einsichtig: "Wir hätten für einen Sieg alles geben müssen, aber das war nicht der Fall. So haben wir zwei Punkte verloren und möglicherweise sogar noch mehr - das werden wir am Saisonende sehen."

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Tipp-Spiel: Wer wird Deutscher Meister? Im Kampf um einen Champions-League-Platz jedenfalls konnten sich die Dortmunder auch nicht wie erhofft von der Konkurrenz absetzen. Dennoch wollte Sammer nicht ganz schwarz sehen: "Mal abwarten was noch passiert, ein Punkt kann manchmal auch Gold wert sein."

Die Wolfsburger jedoch können nach dem Unentschieden die direkte Uefa-Cup-Qualifikation abschreiben. "Wir werden auch in den letzten drei Partien alles geben, aber es wird immer schwerer", erklärte Torwart Claus Reitmaier.

Trainer Wolfgang Wolf war dennoch nicht unzufrieden: "Großes Kompliment an die Mannschaft, sie hat wirklich alles gegeben." Mit zwei frischen Stürmern hatte der VfL-Coach in der zweiten Halbzeit alles auf eine Karte gesetzt. "Wir haben alles riskiert und hatten sogar die Chancen zum Sieg, aber wir hätten am Ende auch verlieren können und müssen deshalb zufrieden sein", sagte Wolf.

Den BVB-Fans bleibt unterdessen ein Trost, der weit wichtiger ist, als all der Frust um verlorene Punkte: Heiko Herrlich ist ins Training zurückgekehrt. Erstmals nach fünfmonatiger Leidenszeit und der Entfernung eines bösartigen Gehirntumors schnürte der 29 Jahre Angreifer von Borussia Dortmund am Freitag wieder die Fußballschuhe. Die ersten Gehversuche auf dem langen Weg zurück in die Normalität eines Fußball-Profis bereiteten sichtbare Freude. "Es ist ein wirklich tolles Gefühl", schwärmte Herrlich, "ich bin sehr zufrieden." Nicht nur die ersten Ballkontakte brachten Herrlich in Stimmung. Auch der Kurzurlaub in der Sonne der portugiesischen Algarve-Küste Mitte April hatte bei ihm neue Lebensgeister geweckt.

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