Dortmunder Personalplanung : Clownsnase jetzt, Ramos später

Dortmund sucht und findet neues Personal.

Felix Meininghaus/Dominik Bardow
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Dortmund - Jürgen Klopp war bestens gelaunt. Als er gefragt wurde, wie er nach dem verpatzten Rückrundenstart gegen Augsburg seinem Team die nötige Lockerheit verschaffe, um das Spiel am Freitag in Braunschweig (20.30 Uhr) erfolgreicher zu absolvieren, antwortete Dortmunds Trainer mit einem breiten Grinsen: „Ich habe mir eine Clownsnase gekauft und bin damit durch die Gegend gelaufen.“

Auch die Gerüchte, wen der BVB nach dem Kreuzbandriss von Jakub Blaszczykowski vor Ende der Transferperiode am Samstag noch alles verpflichten wolle, amüsierte Klopp. Klar, den Namen Lewis Holtby habe er schon einmal gehört, ob das eine Meldung wert sei. Eine Meldung wert war tags darauf, dass das serbische Mittelfeldtalent Milos Jojic für 2,2 Millionen Euro von Partizan Belgrad kommt.

Viel interessanter erscheint jedoch, wie sich der Klub mittelfristig aufstellt. Der Abschied von Torjäger Robert Lewandowski zu Bayern München steht seit Jahresbeginn fest, mit Julian Schieber, der den Durchbruch beim BVB nie geschafft hat, könnte ein weiterer Stürmer zur Disposition stehen. Damit würden gleich zwei Planstellen frei. Die sollen offenbar mit einem erfahrenen und einem jungen Angreifer besetzt werden. Einer allein kann Lewandowski wohl kaum ersetzen. Den Koreaner Dong-Won Ji, der im Sommer aus Augsburg kommt, sehen die Verantwortlichen eher im offensiven Mittelfeld. Nach den Investitionen in Henrich Mchitarjan (27,5 Millionen Euro) und Pierre-Emerick Aubameyang (13 Millionen Euro), die noch nicht richtig gezündet haben, sind die Dortmunder erst einmal vorsichtiger mit hohen Ablösesummen. Zudem besteht die Sorge, dass oft gehandelte Kandidaten wie Edin Dzeko von Manchester City das Gehaltsgefüge sprengen.

Ein Kandidat für Lewandowskis Nachfolge ist Adrian Ramos von Hertha BSC. Zumindest, wenn man „Bild“ glaubt. Das Blatt berichtet, der Stürmer sei sich mit dem BVB bereits einig. Auf die Gerüchte reagiert Hertha gelassen. „Das ändert nichts an der Ausgangsposition“, sagt Manager Michael Preetz. Hertha will weiter mit ihm verlängern. Bisher habe es keine Anfrage für Ramos gegeben, noch habe er den Wunsch geäußert, zu wechseln.

Sollte es aber am Ende doch Ramos’ Wille sein, im Sommer nach Dortmund zu wechseln, stünden harte Verhandlungen an. Schließlich läuft der Vertrag des Kolumbianers noch bis 2015, ein Interessent müsste ihn also aus seinem Kontrakt herauskaufen. Die Rede ist von acht bis zehn Millionen Euro, ein stolzer Preis für einen Spieler, dessen Marktwert mit vier Millionen beziffert wird. Aber das ist BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ja gewohnt, wie er neulich verriet. Sobald Borussia Dortmund am Verhandlungstisch sitze, „wird ein Spieler per se erst einmal zwei Millionen Euro teurer“.

Felix Meininghaus/Dominik Bardow

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