• DOSB senkt die Normen für Olympia: Wieso sich an mutmaßlich gedopten Russen orientieren?

DOSB senkt die Normen für Olympia : Wieso sich an mutmaßlich gedopten Russen orientieren?

Der DOSB hat eine sinnvolle Konsequenz aus all dem Doping- und Korruptionsgebaren in der internationalen Leichtathletik gezogen und seine Qualifizierungsnormen in 17 Disziplinen gesenkt. Ein Kommentar.

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Erst durch die aktuelle Korrektur darf Philipp Pflieger (links) auch bei Olympia zeigen, was er kann.
Erst durch die aktuelle Korrektur darf Philipp Pflieger (links) auch bei Olympia zeigen, was er kann.Foto: Imago

Etwas Tempo rauszunehmen, kann im Hochleistungssport auch etwas Gutes sein. Der Deutsche Olympische Sportbund wird jedenfalls in mehreren Disziplinen auch langsamere Athletinnen und Athleten mit zu Olympia nach Rio nehmen. Er hat auf Antrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes die Qualifizierungsnormen in 17 Disziplinen der Leichtathletik gesenkt. Das ist eine sinnvolle Konsequenz aus all dem Doping- und Korruptionsgebaren in der internationalen Leichtathletik. Wieso sich an mutmaßlich gedopten Russen orientieren?

Hohe Qualifikationsnormen sollen in der Theorie motivieren und nur die Allerhärtesten durchs Nadelöhr lassen. In der Praxis schrecken sie jedoch manchmal die sauberen Athleten ab, auch diejenigen mit Potenzial für einen der vorderen Plätze. Dass durch die Veränderung der Normen weiterhin Hochleistungssportler nach Rio fahren und keine Olympiatouristen, zeigt das Beispiel Marathon. Für seinen ersten zu Ende gelaufenen Marathon im September in Berlin brauchte Philipp Pflieger 2:12:50 Stunden. Das ist eine herausragende Zeit. Pflieger ist damit der zweitschnellste deutsche Läufer seit der Jahrtausendwende. Mit seinen 28 Jahren kann er sich auf der längsten olympischen Strecke auf jeden Fall noch steigern. Doch erst durch die aktuelle Korrektur darf er auch bei Olympia zeigen, was er kann. 2:14 Stunden beträgt nun die Norm bei den Männern, bei den Frauen 2:30:30, wodurch auch die Zwillinge Anna und Lisa Hahner dabei sein können.

Die Laufbewegung ist in Deutschland mehr als Rennen vom Start zum Ziel. Sie verbindet Spaß am Sport mit Gesundheitsfürsorge und Selbstorganisation. Gut, dass sie in Rio nun von mehren Athleten vertreten wird.

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