Dr. Dollas Diagnose (104) : Gesünder im Sonnenlicht

Besonders nach den dunklen Wintermonaten haben sich viele zum Frühlingsanfang wärmere Temperaturen und mehr Sonnenlicht gewünscht. Denn grundsätzlich ist es so, dass der Organismus auf Wetterreize reagiert.

Dr. Thorsten Dolla
Jetzt auch im Sonnenschein. Ein Läufer joggt in Berlin durch den Schnee.
Jetzt auch im Sonnenschein. Ein Läufer joggt in Berlin durch den Schnee.Foto: dpa

Wenig Licht kann zu Kopfschmerzen führen, beeinflusst die Konzentrationsfähigkeit und schwächt die Immunabwehr. Das heißt, dass das Immunsystem bei vielen von uns völlig durchhängt. Es fehlt uns schlicht sie Sonne und damit auch die Möglichkeit, sich im Freien zu bewegen.

Grundsätzlich ist es so, dass der Organismus auf Wetterreize reagiert. Das allerdings unterschiedlich stark. Aufgrund der lange fehlenden Sonne ist verstärkt das Winterhormon Melatonin produziert worden. Im Gegenzug produzierte das Gehirn weniger Serotonin, und das drückte aufs Gemüt. Auch daher ist in der dunklen Jahreszeit das Verlangen nach Süßem groß. Zucker kurbelt nämlich die Bildung des Stimmungshormons Serotonin an und bewirkt also einen gefühlsmäßigen Glückszustand. Der Nachteil daran ist dann allerdings auf der Waage festzustellen.

Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla.
Sportmediziner Dr. Thorsten Dolla.Foto: promo

Untersuchungen haben gezeigt, dass Sonnenlicht sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Natürlich können zu viel Sonnenstrahlen einen Sonnenbrand auslösen. Aber in der richtigen Dosierung geben sie uns entspannende Wärme und wirken auf unser Immunsystem. Es gibt Studien, die nicht nur zeigen, dass die Konzentrationsfähigkeit verbessert wird. Licht wirkt sich auch positiv auf unsere Leistungsfähigkeit aus.

Nach einem langen trüben und dunklen Winter wie in diesem Jahr kann es zu einer depressiven Phase kommen. Auch Rückenschmerzen treten vermehrt in den dunklen Jahreszeiten auf.

Durch die Umstellung der Sommerzeit zum Ende des Monats, können wir eine Stunde länger am Abend das Licht genießen - wenn die Sonne scheint. Diese regt dann den Stoffwechsel an. Es werden Herzfrequenz, Atmung und die Körpertemperatur geregelt. Die circadianen Rhythmen orientieren sich an Tag und Nacht. Es ist bekannt dass die Leistungsfähigkeit am Vormittag ihren Höhepunkt erreicht, während um drei Uhr nachts der Leistungstiefpunkt erreicht ist.

Natürliches Licht ist für die psychische und physische Gesundheit positiv. Jeder kennt das Gefühl: Wenn die Sonne scheint, geht es uns besser. Jetzt ist es auch an der Zeit für eine gesunde Umstellung unserer Ernährung. Obst und Gemüse, das möglichst fettarm und schonend zubereitet werden sollte, bringen den Organismus wieder in Schwung. Wer dazu noch viel trinkt, vorzugsweise Tee, Mineralwasser und ungesüßte Fruchtsäfte, wird feststellen, dass einige Pfunde purzeln, die man aus dem Winter mitgebracht hat.

Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 48, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen. Alle Folgen können Sie hier nachlesen.

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