Dr. Dollas Diagnose (121) : Was tun bei hoher Ozonbelastung?

Am vergangenen Wochenende wurden in der Zweiten und Dritten Liga sogar Trinkpausen eingelegt, damit die Spieler bei den hohen Temperaturen und Ozonwerten nicht kollabieren. Worauf ist bei solchen Bedingungen noch zu achten?

Dr. Thorsten Dolla
Erfrischung im Erzgebirge: Aues Nils Miatke erfrischt sich in einer Pause.
Erfrischung im Erzgebirge: Aues Nils Miatke erfrischt sich in einer Pause.Foto: dpa

Sonnenschein und hochsommerliche Temperaturen lassen die Stimmung bei den Menschen steigen, doch bei Temperaturen an die 40 Grad Celsius, die in den vergangenen Tagen erreicht wurden und nach einer kurzen Abkühlung wieder erreicht werden, steigt auch die Belastung für den Organismus. In einigen Teilen Deutschland ist die Ozon-Warnschwelle überschritten worden. Wird der Zielwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten, leiden zehn bis 15 Prozent der Menschen darunter. Was ist zu beachten, wenn die Ozonbelastung hoch ist?

In der Ozonschicht schützt uns das Ozongas vor der ultravioletten Sonnenstrahlung. Bei heißen Sommertemperaturen steigen auch die Ozonwerte. Mit Erhöhungen der Ozonkonzentration kommt es auch tatsächlich zu Bronchialverengungen mit Reizungen der Schleimhäute und der Augen. Auch ein vermehrter Hustenreiz kann auftreten.

Grundsätzlich steigen mit Zunahme der Temperaturen auch die Ozonwerte. Bei sportlicher Aktivität kommt es zusätzlich zur vermehrten Einatmung von Ozon. Auch deshalb ist dann von einem intensiven sportlichen Training abzuraten. Trotzdem ist Sport auch bei heißen Temperaturen möglich.

Thorsten Dolla.
Thorsten Dolla.Foto: promo

Ausdauersportarten wie Joggen oder Fahrradfahren in den frühen Morgenstunden mit geringer Intensität sind zu empfehlen. Dabei ist es wichtig, eine atmungsaktive Kleidung zu tragen. Diese verhindert einen Hitzestau und kann eine ausreichende Luftzirkulation erreichen. Natürlich ist auch Schwimmen zu empfehlen.

Durch regelmäßiges Training haben Leistungs- wie Hobbysportler eine bessere Toleranz gegen Hitze. Der Körper lernt beim Schwitzen weniger Elektrolyte zu verlieren. Das vermehrte Schwitzen während der heißen Zeit hat eine wichtige Funktion. Es regelt die Körpertemperatur.

Durch den erhöhten Verlust von Flüssigkeit muss vermehrt getrunken werden. Dafür kommen Sportlergetränke (isotonische Getränke) in Frage. Aber auch stilles Mineralwasser gemixt mit Apfelsaft und einer Spatelspitze Salz sind ein guter Durstlöscher. Besonders Kinder und ältere Menschen sollten während der heißen Temperaturen einen längeren Aufenthalt in der Sonne vermeiden. Das Auftreten von Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel können Zeichen eines Hitzschlages oder Sonnenstichs sein.

Der Berliner Orthopäde Dr. Thorsten Dolla, 50, ist seit vielen Jahren in der Sportmedizin tätig. Er war Mannschaftsarzt bei Hertha BSC, beim 1. FC Union und dem Footballteam Berlin Thunder. Beim ISTAF war er bis 2009 leitender Arzt und ist heute Ringarzt beim Boxen. Für Tagesspiegel.de schreibt er regelmäßig über Sportverletzungen und ihre Folgen. Alle Folgen können Sie hier nachlesen.

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