Sport : Dramatisch bis in die Ehrenrunde

Kugelstoßerin Schwanitz gewinnt EM-Gold.

Letzter, großer Wurf. Christina Schwanitz war konzentriert bis zum Schluss. Foto: dpa
Letzter, großer Wurf. Christina Schwanitz war konzentriert bis zum Schluss. Foto: dpaFoto: dpa

Göteborg - Auf diesen Moment hat Christina Schwanitz jahrelang warten müssen. Mit der deutschen Fahne über den Schultern und Tränen im Gesicht drehte die Kugelstoßerin vom LV Erzgebirge am Sonntag ihre Ehrenrunde durch das Scandinavium von Göteborg. Bei den Hallen-Europameisterschaften der Leichtathleten hatte sie mit 27 Jahren ihren ersten internationalen Titel geholt.

„Wer möchte nicht Erster sein? Wofür trainieren wir denn jeden Tag? Das ist ein superschönes Gefühl“, sagte Schwanitz. Für sie wäre der Überschwang ihrer Gefühle beinahe gefährlich geworden: „Ich bin bei der Ehrenrunde in die falsche Richtung gelaufen. Vor lauter Tränen wäre ich fast über einen Startblock gestolpert.“ Es war nicht nur die Goldmedaille, die die Sportsoldatin so mitnahm. Es war auch die Dramatik eines außergewöhnlichen Wettkampfs. Erst mit dem letzten Versuch auf 19,25 Meter zog Schwanitz an der führenden Jewgenija Kolodko aus Russland (19,04) sowie der Weißrussin Alena Kopez (18,85) vorbei. Kopez stieß danach noch einmal weiter als die Deutsche Meisterin, doch ihr Versuch war ungültig.

Schwanitz riss die Arme hoch und stand dabei genau vor dem Block mit den deutschen Athleten, die zuvor noch keine einzige Medaille bei dieser EM gewonnen hatten. Tatsächlich hatte sie bis zum letzten Versuch unzufrieden gewirkt. Alles andere als der Sieg wäre für sie eine Woche nach ihrer Weltjahresbestleistung bei den deutschen Meisterschaften (19,79) eine Enttäuschung gewesen.

Nach ihrem Sieg nahm der Sonntag in Göteborg für die Deutschen einen guten Verlauf: Corinna Harrer gewann überraschend Silber über 3000 Meter (9:00,50 Minuten). Stabhochspringer Björn Otto holte mit 5,76 Metern ebenfalls Silber und verwies den höhengleichen Malte Mohr auf den dritten Platz. Bronze holte auch Christian Reif, der Deutsche Meister sprang 8,07 Meter weit. dpa

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