Sport : Dream Team III: Erst das Baby, dann Gold

Die Operation Gold gewinnt beim Dream Team III immer mehr an Schwung. Beim 93:61 (45:35) über Italien im zweiten Spiel des Basketball-Turniers glänzten die NBA-Stars aus den USA wie schon zum Turnierauftakt gegen China mit Kabinettstückchen und Traumpässen und wurden ihrem Namen trotz aller Zweifel mehr und mehr gerecht. "Die Jungs mögen sich und respektieren einander", meinte Coach Rudolph Tomjanovich zufrieden.

Wenn die Stars aus der Profiliga weiter als Mannschaft zusammenwachsen, dürfte kein anderes Land an ihrer Position rütteln können. 20 Minuten lang konnten die Italiener den haushohen Favoriten ärgern, mehr nicht. "Wenn wir unseren Spielfluss erst gefunden haben, dann sind wir nur schwer zu stoppen", sagte Tomjanovich, der weniger um die sportliche Linie als um die Einstellung seiner Spieler kämpfen muss.

Den Olympiasieg wollen die NBA-Profis im Vorbeigehen mitnehmen. Alonzo Mourning wird sich dabei erst einmal eine Baby-Pause nehmen und nach Hause fliegen, denn seine Frau Tracy erwartet am Sonnabend ihr zweites Kind. Bei der Geburt will der Center ihr auf jeden Fall zur Seite stehen und nimmt mindestens den Ausfall der beiden Gruppenspiele gegen Frankreich und Neuseeland in Kauf. Danach wird Mourning, der gegen Italien mit zwölf Punkten zweitbester US-Werfer hinter Vince Carter (13) war, sich wieder ins Flugzeug nach Australien setzen. Tomjanovich befürchtet keine großen Folgen. "Er ist sicher eine der Hauptfiguren, wir werden ihn vermissen. Aber wir haben elf andere", meinte der Coach, dessen Kader einen Wert von über einer Milliarde Mark haben soll. "Die anderen haben nur ein oder zwei von großer Klasse, ich dagegen gleich zwölf", sagte der Trainer.

Zumindest setzt sich in der Defensive jeder für den anderen ein. Vielleicht hat der Trainer ja doch recht, der nochmals beteuerte, "dass es für alle eine Ehre ist, im Team zu stehen". Ansonsten würde Mourning die Strapazen wohl kaum auf sich nehmen. Zudem will das Paar Mourning Australien und Olympia die Ehre erweisen und ihre Tochter auf den Namen Myka Sydney taufen. Zwischen den australischen Zuschauern und dem US-Team blieb es bei der zweiten Begegnung weitgehend ruhig. Lediglich Vince Carter, der die Fehde durch seine Attacken im Testspiel gegen die Gastgeber ausgelöst hatte, provozierte nach seinem ersten spektakulären Korb die Fans mit ein paar aufreizenden Gesten. Aber nach ein paar Pfiffen und Buhrufen wurde es wieder ruhig.

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