• Drei Monate nach Olympia: Evi Sachenbacher-Stehle und die Konsequenzen ihres Dopingfalls

Drei Monate nach Olympia : Evi Sachenbacher-Stehle und die Konsequenzen ihres Dopingfalls

Der Deutsche Skiverband reagiert auf den Doping-Fall der Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle. Künftig will der DSV seine Sportler noch besser informieren und kontrollieren.

An die eigene Nase fassen. Evi Sachenbacher-Stehle droht nach ihrem Doping-Vorfall in Sotschi eine zweijährige Wettkampfsperre.
An die eigene Nase fassen. Evi Sachenbacher-Stehle droht nach ihrem Doping-Vorfall in Sotschi eine zweijährige Wettkampfsperre.Foto: Imago

Der Deutsche Skiverband hat aus dem Dopingfall von Evi Sachenbacher-Stehle Konsequenzen gezogen. Nachdem die Biathletin bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi wahrscheinlich wegen eines verunreinigten Nahrungsergänzungsmittels positiv getestet wurde, sei man dabei, in Sachen Nahrungsergänzungsmittel „alles auf den Prüfstand zu stellen“, sagte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach am Dienstag dem Bayerischen Rundfunk.

„Aktuell ist es so, dass sich unsere Anti-Doping-Kommission, unsere Mediziner, unsere Mannschaftsbetreuer sehr intensiv mit der Thematik beschäftigen, wie kann man die Athleten noch enger informieren, noch engmaschiger kontrollieren“, meinte Schwarzbach weiter.

So soll geprüft werden, das Angebot der Nahrungsergänzungsmittel von Verbandsseite zu erweitern, damit die DSV-Athleten nicht in Versuchung geraten, ungeprüfte Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden. Gerade junge nachgerückte Athleten wolle man noch mehr sensibilisieren. „Wir sind zuversichtlich, dass wir spätestens bis zum Herbst ein so engmaschiges Netz haben, dass dieser Fall tatsächlich eine einmalige und bedauernswerte Aktion war“, erklärte der DSV-Sprecher.

Sachenbacher-Stehle hatte bei den Anhörungen vor der IOC-Disziplinarkommission und dem Anti-Doping-Panel des Biathlon-Weltverbandes IBU sowie bei ihrer Zeugenaussage bei der Staatsanwaltschaft München zu Protokoll gegeben, dass sie die Substanz unbewusst über ein Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen habe. Dieses Mittel habe sie von einem privaten Mentaltrainer erhalten. Laut Schwarzbach war Sachenbacher-Stehle nicht die einzige DSV-Sportlerin, die mit dem Mentaltrainer zusammen gearbeitet hat.

Bei der 33-Jährigen war in der A- und B-Probe, die nach ihrem vierten Platz im olympischen Massenstart genommen worden war, die nur im Wettkampf verbotene Substanz Methylhexanamin nachgewiesen worden. Ihr droht eine zweijährige Wettkampfsperre. Ein Urteil der IBU steht noch aus, wird aber in den nächsten Wochen erwartet.

Mit Dopingsubstanzen verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel sind laut Doping-Experten schon seit längerem ein großes Problem. Im Jahr 2013 waren laut Wilhelm Schänzer, dem Leiter des Instituts für Biochemie an der Sporthochschule Köln, weltweit knapp 400 solcher Fälle bekanntgeworden. Oft handelt es sich um Mittel mit Geranium-Extrakten, denen andere Präparate beigemischt sind. Zu diesen Präparaten zählen vor allem die verbotenen Mittel Methylhexanamin und Oxilofrin.

Als Schutz für die Sportler wurde die sogenannte „Kölner Liste“ ins Leben gerufen. Auf ihr stehen mehrere Hundert Nahrungsergänzungsmittel, die von Experten analysiert wurden und ein minimiertes Dopingrisiko besitzen. (dpa)

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