Drei Stürmer für Berlin : Hertha holt Allagui, Wagner und Ben Sahar

Die Stürmer Sami Allagui, Sandro Wagner und Ben Sahar haben in Berlin unterschrieben. Sie werden in der Zweiten Liga die Lücke schließen, die Raffael und Adrian Ramos hinterlassen.

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Torgarantie. Sami Allagui soll künftig nicht mehr für Mainz, sondern für Hertha treffen.
Torgarantie. Sami Allagui soll künftig nicht mehr für Mainz, sondern für Hertha treffen.Foto: dapd

In der Praxis von Ulrich Schleicher herrschte am Donnerstag reger Betrieb. Der Mannschaftsarzt von Hertha BSC musste drei Neuzugänge auf Herz, Nieren und sonstige Körperteile testen. Offenbar gab es nicht viel zu beanstanden. Noch am Donnerstagabend verkündete Hertha BSC die Transfers von Sami Allagui, Sandro Wagner und Ben Sahar.

Mit den drei Offensivkräften kann Hertha alle Lücken in den vorderen Reihen schließen und somit Raffael und Adrian Ramos ersetzen, die beide Berlin verlassen wollen. Der Deutsch-Tunesier Allagui kommt vom FSV Mainz 05 und erhält einen Vierjahresvertrag. Sandro Wagner vom SV Werder Bremen, der zuletzt an Kaiserslautern ausgeliehen war, erhält einen Zweijahresvertrag. Ben Sahar kommt aus der Primera Division von Espanyol Barcelona, war jedoch zuletzt an AJ Auxerre ausgeliehen. Der 22-jährige Israeli unterschrieb einen Zweijahresvertrag.

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Allagui ist der Angreifer, den die Berliner so lange suchten, einer, der in der Zweiten Liga 15 Tore garantieren soll. „Sami ist sehr schnell und vor allem torgefährlich“, sagte Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz. „Dabei ist er nicht nur Vollstrecker, sondern auch Vorbereiter. Wir sind froh, dass er sich für uns entschieden hat.“ Und Allagui selbst nannte Berlin und Hertha „eine Allagui soll zwischen 1,6 und 1,8 Millionen Euro kosten. Die erhofften 15 Tore hat der gebürtige Düsseldorfer sogar schon einmal in der Zweiten Liga erzielt: für Greuther Fürth. Im ersten Bundesligajahr mit Mainz waren es immerhin zehn Treffer. Darunter war auch ein Tor des Monats, mit der Hacke gegen Bayern München. Der technisch beschlagene Strafraumwühler kam jedoch in der vergangen Saison nicht mehr so richtig zum Zuge.

Trainer Jos Luhukay schätzt die Torgefahr des tunesischen Nationalspielers. Mainz will die Ablöse für Allagui reinvestieren und steht vor einer Verpflichtung von Chinedu Ede vom 1. FC Union.

Sandro Wagner könnte ein wuchtiger Sturmpartner für Allagui werden – oder die erste Alternative von der Bank. „Sandro Wagner ist ein großer, wuchtiger Stürmer, der als Typ, aber auch als Charakter ganz hervorragend in unser Anforderungsprofil für die neue Saison passt“, sagte Trainer Jos Luhukay. Der Stürmer selbst reizte das Gesamtpaket aus „Klub, Stadt und Fans“. Wagner galt einmal als großes Talent. Der bei Bayern München ausgebildete 1,94-Meter- Mann schoss die deutsche U21 zum EM-Titel 2009. Doch nach einem Kreuzbandriss und einem Wechsel zu Werder geriet die Karriere ins Stocken. Das vergangene halbe Jahr verbrachte Wagner torlos in Kaiserslautern.

Ben Sahar könnte hinter Wagner und Allagui oder auf beiden Außenbahnen spielen. Er dürfte nicht viel gekostet haben, sei ablösefrei, heißt es gar. „Er ist ein extrem schneller und in der Offensive variabler Spieler“, sagte Preetz. Ben Sahar sagte, er wolle mit seinen Leistungen dazu beitragen, „dass Hertha und die Stadt schnell wieder in die Bundesliga zurückkehren.“ Auch er galt früh als großes Talent, debütierte mit 17 unter Trainer José Mourinho beim FCChelsea, wurde dann bei vier verschiedenen Klubs leihweise zwischengeparkt. 2009 wechselte er nach Katalonien und wurde wieder verliehen, zwei Jahre in Folge. In der Heimat erzielte er 14 Tore für Hapoel Tel Aviv, im Jahr darauf waren es nur drei Treffer für AJ Auxerre. In Barcelona plante der Trainer nicht mehr mit ihm. Der flinke israelische Nationalspieler, der auch einen polnischen Pass besitzt, spielt am liebsten als hängende Spitze, kann auch außen agieren oder im Sturm neben Allagui oder Wagner. Es ist diese Vielseitigkeit, die Luhukay schätzt.

Am heutigen Freitag starten die Berliner ins Trainingslager nach Österreich. Da alle Neuzugänge mitreisen, erhöht sich die Gesamtzahl der Spieler auf 33. In der Woche in Stegersbach will Luhukay im „konditionellen, taktischen und technischen Bereich arbeiten, die Intensität und Explosivität erhöhen“

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