Sport : Drei Tore für den Trainer

Union gewinnt 3:0 gegen Fürth – und Votava bleibt im Amt

Matthias Koch

Berlin . Nach dem Abpfiff fiel Unions Präsident Heiner Bertram dem dreifachen Torschützen Salif Keita um den Hals. Trainer Mirko Votava und Kotrainer Iwan Tischanski strebten in ihrer Glückseeligkeit Arm in Arm den in Hochstimmung befindlichen Anhängern auf der Stehplatzgerade zu. Gerade eben hatte der 1. FC Union seinen ersten Sieg geschafft, 3:0 über die SpVgg Greuther Fürth, ein Sieg, der „An der Alten Försterei“ fast vergessen geglaubte Emotionen freisetzte. Unter Druck haben sie alle gestanden, vor allem aber Mirko Votava, und deshalb wusste Kapitän Steffen Baumgart nach dem Spiel genau, was er zu sagen hatte: „Wir haben alle für den Trainer gespielt, uns neunzig Minuten den Arsch aufgerissen und in dieser Höhe verdient gewonnen. Jetzt wünsche ich mir eine kritiklose Woche.“

In der Tat gab es diesmal nicht viel an der Leistung der Unioner zu mäkeln, auch wenn die Gäste selbst eine schwache Vorstellung boten. Nach durchwachsener Startphase zogen die Köpenicker spätestens durch den etwas überraschenden Führungstreffer durch Salif Keita (24.), dem das 100. Zweitligator Unions gelang, das Geschehen mehr und mehr an sich.

Nun klappte es bei den Berlinern in allen Mannschaftsteilen. In der Defensive stand die neu formierte Dreierkette Tom Persich – Michael Molata – Achim Pfuderer relativ sicher. Und in der Offensive, in der Mirko Votava mutig mit drei Angreifern agieren ließ, wirbelten speziell der zweifache Vorlagengeber Steffen Baumgart sowie Salif Keita, der zudem in der 71. und 77. Minute traf, die Fürther gehörig durcheinander. Keita, Sreto Ristic (Latte und Pfosten), Jan Sandmann (Latte) und der eingewechselte Thomas Sobotzik hatten anscheinend ein Einsehen mit den Gästen, sonst hätten sie ihre zahlreichen Chancen nicht reihenweise ausgelassen. Fürths Trainer Eugen Hach wusste schon, wieviel schlimmer es für sein Team hätte ausgehen können, und sagte auf der Suche nach einer Erklärung für die schlechte Darbietung: „Wir hatten mehrere Totalausfälle im Team.“

Die Hilflosigkeit des vermeintlichen Aufstiegsaspiranten trübte die Freude im Berliner Lager aber keineswegs. „Solange wir gewinnen, ist es egal, dass ich nicht treffe“, meinte der seit dem 3. März stets leer ausgehende Angreifer Sreto Ristic. Während Dreifach-Torschütze Salif Keita seinen ersten Hattrick in Deutschland genoss, lobte Heiner Betram seinen leitenden Angestellten: „Der Trainer konnte zeigen, was in seiner Elf steckt. Ich wusste, was passiert, wenn wir verloren hätten. Aber eigentlich konnte ja nichts schief gehen. Schließlich hat Mirko Votava nach der Niederlage gegen Cottbus versprochen, dass wir keine Heimspiele mehr verlieren.“ So einfach kommt man also aus der Krise.

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