Sport : Dreifachsieg beim Olympiatest Deutsche überzeugen auf dem Eis, nicht auf Schnee

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Berlin - Eine deutsche Medaille bei den Olympischen Spielen in Turin gilt schon jetzt als so gut wie sicher. Das hat die gestrige Generalprobe im Weltcup auf der Rodelbahn in Cesana gezeigt. Auf der Strecke, auf der in knapp drei Monaten olympische Medaillen vergeben werden, feierten die deutschen Rodlerinnen einen dreifachen Erfolg. Es siegte die Olympiasiegerin von Salt Lake City, Sylke Otto, in 1:34,810 Minuten vor ihrer Teamgefährtin Tatjana Hüfner. Silke Kraushaar komplettierte den Erfolg der deutschen Frauen als Dritte. Dass eine Deutsche die schwierige Bahn in Cesana am schnellsten hinuntergerodelt ist, verwundert nicht unbedingt. Seit acht Jahren hat keine andere Nation ein Weltcuprennen bei den Damen gewonnen. Auch im Doppelsitzer der Herren stehen die Chancen für Turin nicht gerade schlecht. Gestern gelang immerhin ein Doppelsieg in Cesana. Die Olympiasieger Patric Leitner und Alexander Resch gewannen vor den Weltmeistern Andre Florschütz und Torsten Wustlich.

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Ungewisser ist ein Medaillengewinn bei den deutschen Langläufern. Beim zweiten Weltcup-Rennen der olympischen Wintersaison haben sie noch nicht überzeugt. Axel Teichmann, der im vergangenen Jahr Sieger im Gesamtweltcup war, belegte in Beitostölen (Norwegen) nur den achten Platz über 15 Kilometer. Hinter ihm überquerte Tobias Angerer als Neunter die Ziellinie. Den Sieg holte überraschend der norwegische Sprint-Spezialist Tor-Arne Hetland vor seinem Landsmann Sven-Arne Svartedal und dem Slowaken Ivan Batory. „Man hat gesehen, dass alte Erfolge in der neuen Saison nicht zählen“, sagte Teichmann. Er hatte wie Angerer mit einem starken Schlussspurt einen Fehlstart der Männer verhindert. Die Ursache für den mäßigen Saisonstart ist für ihn klar. „Wir haben in Mugnio viel und hart unter schwierigen Bedingungen trainiert“, sagte Teichmann, „hier hatten wir sehr harten Kunstschnee, da fehlten Spritzigkeit und Lockerheit.“ Der Langlauf-Bundestrainer sah es ähnlich. „Das Trainingslager ist noch in den Knochen drin“, sagte Jochen Behle.

Bei den Frauen war die dreifache Weltmeisterin Marit Björgen aus Norwegen nicht zu schlagen, doch Evi Sachenbacher-Stehle kam immerhin auf einen siebten Platz. Nach zwei misslungen Jahren schaffte sie damit bereits die Qualifikation für die Olympischen Spiele. „Dass es gleich im ersten Rennen geklappt hat, ist super“, jubelte sie. „Ich bin noch nicht topfit, aber das muss ich auch erst im Februar sein. “ Manuela Henkel, Steffi Böhler und Claudia Künzel mussten mit den Plätzen 22, 25 und 26 vorlieb nehmen.

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Im Eisschnelllaufen besitzt das deutsche Team eine weitere große Medaillenfavoritin: Anni Friesinger. Die Allround-Weltmeisterin aus Inzell lief beim Weltcup in Salt Lake City erstmals über 1000 Meter allen Spezialistinnen über diese Distanz davon. In 1:13,95 Minuten blieb sie nur 0,12 Sekunden über dem Weltrekord der amerikanischen Olympiasiegerin Chris Witty und feierte mit der drittschnellsten jemals gelaufenen Zeit auf dieser Strecke ihren insgesamt 27. Weltcup-Sieg. Eine Woche nach ihrem 1500-Meter-Weltrekord in Calgary holte sich Anni Friesinger zumindest den Deutschen 1000-Meter-Rekord, obwohl sie noch unter den Nachwirkungen eines Infektes litt. Sabine Völker wurde nach überstandener Bronchitis Fünfte.

Den ersten Weltrekord des Wochenendes lief der Amerikaner Chad Hedrick über 1500 Meter in 1:42,78 Minuten. Christian Breuer steigerte seinen Deutschen Rekord als 13. auf 1:45,49 Minuten. Mit seiner zweiten Platzierung unter den ersten 16 qualifizierte sich er sich zudem für Turin. Die während der Woche erkrankte Olympiasiegerin Claudia Pechstein lieferte als Vierte über 3000 Meter ebenfalls ein gutes Resultat ab. Es siegte die Weltrekordlerin Cindy Klassen, die Kanadierin blieb in 3:56,90 Minuten gut eine Sekunde über ihrer Bestzeit aus Calgary, als sie vor Pechstein gewonnen hatte. Pechstein sagte ihren Start über die 1500 Meter ab, weil sie nun mit Medikamenten behandelt werden muss. dpa

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