Sport : Dreimal auf dem Boden

Profiboxer Danilo Häußler verliert EM-Kampf gegen den Dänen Markussen

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Frankfurt (Oder) – Die Kampfrichter demonstrierten Einmütigkeit. Ihr Urteil fiel einstimmig aus. Wie sollten sie auch anders entscheiden? Schließlich war Boxprofi Danilo Häußler zuvor beim Versuch, in seiner Heimatstadt Frankfurt (Oder) Europameister im Supermittelgewicht zu werden, dreimal zu Boden gegangen. Der 26Jährige verlor den Titelkampf gegen den Dänen Rudy Markussen nach Punkten. Häußler blickt nach dieser Niederlage in eine ungewisse sportliche Zukunft. „Ich muss jetzt sehen, wie es für mich weitergeht“, sagte der 29-Jährige nach dem Kampf. Es war zwar erst seine zweite Niederlage im insgesamt 25. Profikampf, aber die Chance auf eine große Boxer-Karriere scheint für ihn nun endgültig vertan.

Danilo Häußler hatte im Oktober 2003 den Europameistertitel verloren. Auch damals war ein Däne der Gegner: Mads Larsen. Gegen Markussen hielt Häußler anfangs den Kampf offen, hatte hin und wieder sogar die besseren Aktionen. Aber in Runde fünf begann für ihn das Verhängnis: Erstmals musste er nach einem Kopftreffer zu Boden. Als Häußler dieses Malheur in der nächsten Runde erneut passierte, bahnte sich das für ihn missliche Ende schon an. „Nach den Niederschlägen habe ich meine Linie verloren“, sagte Danilo Häußler.

Heftig, aber auch etwas überhastet attackierte er noch einmal in der Schlussrunde und bekam prompt die Quittung. Er musste den dritten Niederschlag einstecken. Zuspruch erntete der Verlierer nachher von Promoter Wilfried Sauerland. „Ich sehe keinen Grund dafür, dass er jetzt den Kopf hängen lässt. Er wird seine nächste Chance bekommen“, sagte Sauerland. Der ehemalige Weltmeister Sven Ottke fand da schon kritischere Worte. „Die kämpferische Leistung war ja in Ordnung, aber das Boxerische hat gefehlt“, bemängelte Ottke.

Überglücklich war Rudy Markussen. Er landete in seinem 31. Kampf bereits den 30. Sieg. Ein bisschen bequemer hatte er sich den Abend im Ring aber auch vorgestellt. „Das war ziemlich hart. Ich hätte nicht gedacht, dass der Kampf über die volle Distanz von zwölf Runden geht“, sagte er. Über die unverhoffte Mehrabeit wird ihn der Titelgewinn indes allemal hinwegtrösten. Tsp/dpa

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