Sport : Dreimal? Niemals!

Den SCC-Volleyballern droht der Verlust des Meistertitels

Karsten Doneck

Kaweh Niroomand klönte im schmucklosen VIP-Raum der Sömmeringhalle an einem der Stehtische noch ein wenig mit Peter Hanisch, dem Präsidenten des Landessportbundes. „Er hat uns eine hervorragende Arbeit bescheinigt, unabhängig davon, ob wir nun am Ende Meister oder Vizemeister werden“, berichtete Niroomand später von dem Gespräch. Der Manager des Volleyball-Bundesligisten SC Charlottenburg, gerade von einem beruflichen Termin aus Griechenland zurückgekehrt, konnte derlei Trost am Mittwochabend gut gebrauchen. Der SCC war zuvor nämlich vom VfB Friedrichshafen im ersten von maximal fünf Endspielen um die deutsche Volleyball-Meisterschaft ziemlich unsanft aus den Träumen von einer erfolgreichen Titelverteidigung gerissen worden. 3:2 hatte der VfB in Berlin gewonnen – nach 0:2-Rückstand. In den beiden Heimspielen heute und morgen haben die Friedrichshafener nun ihrerseits beste Chancen, die Meisterschaft bereits vorzeitig zu ihren Gunsten zu entscheiden.

„Wir haben noch nie dreimal hintereinander gegen den gleichen Gegner verloren“, sagt SCC-Trainer Mirko Culic und wehrt sich vehement gegen den Gedanken, dass für sein Team die Saison am Sonntag schon vorbei sein soll. Auch Geschäftsführer Günter Trotz rechnet fest damit, dass sich beide Vereine in Berlin mindestens zu einer vierten Partie wiedersehen: „Es wird unwahrscheinlich schwer, aber es ist nicht unmöglich. Am besten, wir gewinnen in Friedrichshafen gleich am Sonnabend.“ Derlei Optimismus teilt auch Angreifer Robert Kromm. Er sagt: „Ich rechne fest damit, dass wir jetzt auswärts zumindest einmal gewinnen.“

Kaweh Niroomand hat sich indes schon mal Gedanken gemacht, wie denn die Vizemeisterschaft für den SCC zu werten wäre. Als Enttäuschung? Nein, der Manager sieht eher positive Zeichen. „Wir waren immerhin zum dritten Mal in Folge im Endspiel um die Meisterschaft. Und gerade das erste Finale hat ja auch gezeigt, dass wir im Vergleich zu Friedrichshafen nicht die schlechtere Mannschaft sind. Vielleicht sind wir auf der Ersatzbank etwas dünner besetzt als die.“ Letztlich hat der SCC durch die Auftritte in der Champions League und der Bundesliga auch etwas für sein Image getan. „Wir waren nie populärer als heute“, sagt Niroomand – „mit oder ohne Titel.“

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