Sport : Dressur: Pedroso springt wieder zu Gold

Ulla Salzgeber ist nicht zu schlagen. Die seit Monaten dominierende Dressur-Reiterin schloss am Sonntag bei der Europameisterschaft in Verden das Unternehmen Doppel-Gold erfolgreich ab und gewann nach dem Mannschafts- auch den Einzeltitel. Mit ihrem 13-jährigen lettischen Wallach Rusty machte sie den zweifachen Triumph mit einer gelungenen letzten Prüfung perfekt. "Das war die Kür meines Lebens", schwärmte die strahlende Siegerin. Auf den Medaillen-Plätzen folgten der Niederländer Arjen Teeuwissen mit Goliath und Nadine Capellmann (Würselen) mit Farbenfroh, die um ihre Bronzemedaille bis zuletzt zittern musste.

Salzgeber gewann mit dem Titel ihr erstes Einzel-Gold bei einem internationalen Championat und untermauerte zugleich die deutsche Dominanz in der Dressur mit der 31. EM-Goldmedaille. In der Kür, die sie zu Orfs Carmina Burana ritt, erreichte sie mit Rusty 84,50 Prozentpunkte und eine Gesamtsumme von 237,64. Fast makellos tanzte Salzgeber mit Rusty durch das Viereck und begeisterte die rund 16000 Zuschauer, die trotz Dauerregens feierten. "Ich bin super, super stolz und super, super glücklich", jubilierte Ulla Salzgeber.

Sie bewies bei ihrem Triumph starke Nerven, denn die hohe Favortin war mit ihrer ersten Prüfung am Freitag (Grand Prix) nicht zufrieden gewesen: "Das lief nicht so gut." Bereits am Samstag überzeugte sie im Grand Prix Spezial, und auch vom Regen am Sonntag ließ sich die 43-Jährige nicht beirren und ritt "perfekt", wie sie selber fand.

Nadine Capellmann und ihr Farbenfroh konnten mit dieser Leistung nicht mithalten, erhielten in der Kür 77,05 Prozentpunkte und retteten knapp das Edelmetall. Eine bessere Platzierung hatte die 36- Jährige bereits vorher verspielt, freute sich aber über ihre erste Einzelmedaille bei einem internationalen Championat. "Ich habe gedacht, schon wieder Vierter, das darf doch wohl nicht wahr sein." Mit 228,38 Prozentpunkten landete sie hinter Teeuwissen (228,47) aber vor Gonnelien Rothenberger-Gordijn mit Weyden (226,40), die als Letzte an den Start gegangen war.

Nach dem ersten von drei EM-Teilen (Grand Prix) hatte Nadine Capellmann noch klar geführt, doch am Samstag baute sie in der zweiten Prüfung (Grand Prix Spezial) mit Farbenfroh - wie schon häufiger - deutlich ab. Etwas resigniert sagte sie: "Wenn es nicht reicht, dann habe ich es heute verloren." Am Sonntag überwog dann aber die Freude: "Es hat noch geklappt, obwohl es auch in der Kür Probleme gab."

Zuschauen musste am Sonntag Isabell Werth. Die viermalige Olympiasiegerin durfte in der Kür nicht starten, weil nur drei Starter pro Land reiten dürfen. Vor 16000 Zuschauern hatte die 32- Jährige im Grand Prix Special mit ihrem 15-jährigen Hannoveraner Wallach Antony in einem packenden Duell zwar mit 1519 Punkten vier Zähler mehr als die EM-Debütantin Heike Kemmer mit ihrem Oldenburger Wallach Albano erhalten. Doch Kemmers 10-Punkte-Vorsprung aus dem Grand Prix reichte.

Heike Kemmer jubelte und kam mit 217,49 Prozentpunkten in der Gesamtwertung auf Rang neun. Isabell Werth hingegen nahm es gelassen. "So ist der Sport", sagte die bisher vom Erfolg verwöhnte Reiterin. Werth war nach dem Abschied von ihrem Erfolgspferd Gigolo froh, mit ihrem weniger talentierten Antony "überhaupt ins EM-Team gekommen zu sein". Und mit dem hatte sie bereits am Freitag ihr elftes EM-Gold gewonnen. Genauso wie Isabell Werth erging es auch der Niederländerin Anky van Grunsven, die sich mit der deutschen Reiterin in den Vorjahren spannende Duelle geliefert und in Sydney Olympia-Gold im Einzel gewonnen hatte. Als Vierte der teaminternen Wertung kam das Aus für van Grunsven, die mit Bonfire ihr Toppferd ebenfalls in Rente geschickt hat.

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