Sport : Dressur-Team bei WM am Tiefpunkt

Lexington - So schlecht waren die deutschen Dressurreiter noch nie bei einer WM. Isabell Werth und Co. mussten sich bei der Weltmeisterschaft in Lexington mit Rang drei begnügen. Nach 36 Jahren gab es erstmals keinen deutschen WM-Sieg. „Das ist natürlich bitter“, sagte Bundestrainer Holger Schmezer. Erstmals triumphierten die Niederländer (229,745 Prozentpunkte) und lagen am Ende vor Großbritannien (224,767) und Deutschland (220,950). Die letzte britische Reiterin entriss dem deutschen Team das fast schon sicher geglaubte Silber – ausgerechnet die in Deutschland geborene Laura Bechtolsheimer.

„Wir mussten damit rechnen“, sagte der Bundestrainer. „Die Briten sitzen uns schon länger im Nacken.“ Bereits bei der EM 2009 lagen Niederländer und Briten vor den Deutschen. Dennoch war Silber das erklärte Ziel. „Uns fehlt ein überragendes Pferd“, sagte der Bundestrainer.

Entsprechend glücklich waren die Niederländer. Sie gewannen erstmals Dressur-Gold bei einer WM, obwohl ihre zweitbeste Reiterin disqualifiziert worden war. „Der Sieg hat mich nicht überrascht“, sagte Isabell Werth. „Das war zu erwarten.“ Besonders Edward Gal mit Totilas zeigte eine hervorragende Leistung. Die fünfmalige Olympiasiegerin Werth ritt mit ihrem Wallach „Warum nicht“ diesmal nicht überzeugend. Nach dem schwachen Auftakt von Anabel Balkenhol (Rosendahl) mit Dablino hatten auch Christoph Koschel (Hagen a.T.W.) mit Donnperignon und Matthias-Alexander Rath (Kronberg) mit Sterntaler Schwächen.

„Die Niederländer sind derzeit das Maß aller Dinge“, sagte Schmezer. Vor allem bei Totilas und Gal erkennt der deutsche Coach neidlos an: „Das Pferd ist einfach imponierend.“ Der Doppel-Europameister sicherte den Niederländern ihr erstes Gold, nachdem seine Kollegin Adelinde Cornelissen ausgeschieden war, weil ihr Pferd Blut im Maul hatte. dpa

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