Sport : Dressur: Ulla Salzgeber kaum noch zu stoppen

Deutschland bleibt in der internationalen Dressur das Maß der Dinge. Nach dem Gewinn des Mannschaftstitels bei den 20. Dressur-Europameisterschaften in Verden dominieren die deutschen Reiterinnen auch die Einzelwertung. Allen voran steht Ulla Salzgeber (Bad Wörishofen). Nur noch ein Sprung ihres Wallachs Rusty aus dem Viereck kann sie am Gewinn ihrer ersten Einzelmedaille bei einem Championat hindern. Nach den ersten beiden Prüfungen Grand Prix und Grand Prix Special liegt die Olympia-Dritte vor dem abschließenden Kür-Finale mit 153,14 Prozentpunkten deutlich vor der Aachenerin Nadine Capellmann auf Farbenfroh (151,33), Dritte ist überraschend die Holländerin Gonnelien Rothenberger auf Weyden.

Dass es in Verden wohl nicht zu einem Dreifacherfolg langt, liegt an der enttäuschenden Leistung von Isabell Werth (Rheinberg). Die elffache Mannschafts- und Einzel-Europameisterin ist im Kampf um die Medaillen bereits ausgeschieden und muss nun beim Kür-Finale zuschauen. Die in den letzten zehn Jahren erfolgreichste deutsche Dressurreiterin brachte auf dem unbeständigen Hannoveraner Wallach Antony nicht die Leistung zum Erreichen der Kür der 15 Besten. Isabell Werth: "Ich habe gekämpft, ich bin vor allem für die Mannschaft geritten." Vor 16 000 Zuschauern bekam die 32-Jährige im Grand Prix Special mit ihrem 15-jährigen Wallach zwar 1519 Punkte und damit vier Punkte mehr als Heike Kemmer mit ihrem Oldenburger Wallach Albano. Doch der 10-Punkte-Vorsprung der Berliner EM-Debütantin aus dem Grand Prix reichte am Ende zur Teilnahme am Finale, zu dem pro Nation nur maximal drei Reiter zugelassen sind. In den Kampf um den EM-Titel wird Kemmer jedoch nicht mehr eingreifen können.

Kemmers Duell mit der viermaligen Olympiasiegerin um den dritten deutschen Platz im EM-Finale hatte die zahlreichen Zuschauer in der niedersächsischen Reiterstadt mehr elektrisiert als der Kampf zwischen den beiden Favoritinnen Nadine Capellmann und der am Donnerstag im Grand Prix gestrauchelten Favoritin Ulla Salzgeber, die mit einem Einzelerfolg endlich einmal aus dem Schatten Isabell Werths heraustreten will. Es spricht vieles dafür, dass der mit Spannung erwartete Zweikampf zwischen den beiden deutschen Mannschafts-Olympiasiegerinnen von Sydney zugunsten von Salzgeber und nicht von Nadine Capellmann mit Farbenfroh ausgehen wird.

Salzgeber, die über die bessere Kür gegenüber Capellmann verfügt, gibt sich vor dem Finale noch zurückhaltend: "Ich habe natürlich auch gekämpft. Der Beste soll gewinnen. Mit Niederlagen zu leben, habe ich auch gelernt." Den Grand Prix Special gewann Ulla Salzgeber mit 1680 Punkten vor Rothenberger (1612) und deren Landsmann Arjen Teeuwissen (1609). Nadine Capellmann wurde mit 1593 Punkten Vierte.

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