Dritte Liga : 1. FC Union steht vor ungewisser Saison

Zum Drittligastart bei Bayern II will der 1. FC Union Berlin klären, wie stark er ist. Langzeitverletzte und fehlende Neuzugänge bereiten der Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus Probleme. Das Saisonziel ist ungewiss.

Matthias Koch

Berlin - Einen Erfolg konnte Hermann Gerland an diesem Wochenende in Berlin schon feiern. Der Trainer des Fußball- Drittligisten FC Bayern München II genoss am Sonnabend entspannt die Hochzeit seiner Tochter in der Hauptstadt und hatte noch genug Zeit für die Rückreise. Die ursprünglich für diesen Tag angesetzte Drittligapartie gegen den 1. FC Union in München ist auf den heutigen Sonntag verlegt worden. „Das ist nur ein Gerücht“, antwortet Gerland auf Fragen nach seinem persönlichen Interesse an einer Spielverlegung. Die offizielle Erklärung betrifft denn auch weniger Hochzeiten als Sicherheitsbedenken, weil die Münchner Polizei am Sonnabend bereits bei der Begegnung Unterhaching gegen Werder Bremen II im Einsatz war.

Unabhängig vom Datum sind die kleinen Bayern zum Meisterschaftsauftakt sportlich eine sehr unangenehme Aufgabe. „Die Mannschaften aus der alten Regionalliga Süd kennen wir nicht“, sagt Uwe Neuhaus. Der Trainer des 1. FC Union weigert sich deshalb weiterhin hartnäckig, ein Saisonziel zu benennen.

Der Respekt vor der neuen, eingleisigen Dritten Liga ist groß in Köpenick. Möglicherweise hängt er auch mit der Ungewissheit über die Stärke des eigenen Kaders zusammen. Gegenüber der Vorsaison wurden alle Spieler gehalten, die bleiben sollten. Doch derzeit gibt es für die Stammelf kaum Alternativen. Von den Neuzugängen haben nur Verteidiger Patrick Kohlmann von Rot-Weiß Erfurt und der designierte Spielmacher Hüzeyfe Dogan vom Wuppertaler SV einen Platz in der Startelf sicher.

Leistungsträger wie Kapitän Daniel Schulz oder Stürmer Dustin Heun verstärken dagegen seit Monaten das Lager der Langzeitverletzten. Mittelfeldspieler Torsten Mattuschka ist wegen einer Tätlichkeit im Saisonfinale 2007/08 gegen Oberhausen drei Spiele herum. „Die Mannschaft stellt sich von selbst auf“, sagt Trainer Uwe Neuhaus. Zwei, drei zusätzliche Neuzugänge mit Niveau hätten sicher weitergeholfen. „Bei den richtig Guten können wir aber nicht mithalten“, sagt Sportchef Christian Beeck.

Den Tabellenvierten der alten Regionalliga Nord werden die meisten Gegner trotz der zurückhaltenden Einkaufspolitik kaum unterschätzen. Union zählt zu den Kandidaten für einen einstelligen Rang. Im Prinzip scheint der Verein aber mehr zu wollen, als die Mannschaft vielleicht leisten kann.

„Unser gesamten Denken ist danach gerichtet, den Sprung in die Zweite Liga zu schaffen“, sagt Präsident Dirk Zingler. Eine Aufstiegsprämie von einer halben Million Euro soll ausgerufen worden sein, auch wenn Christian Beeck diesen Aspekt nicht kommentieren mag.

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