Dritte Liga : Hinten dicht: Union vertraut auf die Verteidigung

Der 1. FC Union stellt mit nur 16 Gegentoren in 25 Spielen die beste Abwehr der Liga. Trainer Uwe Neuhaus lobt vor dem Spiel in Burghausen vor allem die Innenerteidiger Stuff und Göhlert.

Matthias Koch

Berlin - Beim Fußball-Drittligisten 1. FC Union Berlin ist man zum Spaßen aufgelegt. Während der Pressekonferenz vor dem Nachholspiel heute beim Tabellendreizehnten Wacker Burghausen (19 Uhr) versuchte Trainer Uwe Neuhaus, den in seiner Nähe sitzenden Sportchef Christian Beeck mit abgepackter Kaffeesahne zu bewerfen. Der Grund: Beeck hatte sich abfällig geäußert, und zwar über die Spielweise zweier früherer Abwehrrecken. Die Namen der beiden Spieler: Uwe Neuhaus und Christian Beeck. Wer wie Union mit zehn Punkten Vorsprung vor dem ersten Nicht-Aufstiegsplatz vier die Tabelle anführt, der kann schon mal gute Laune verbreiten.

„Es war sehr überschaubar, wie wir beide Fußball gespielt haben. Das geht heute nicht mehr“, hatte Beeck sowohl ketzerisch als auch selbstkritisch angemerkt. Beeck war bei den Erstligisten Hansa Rostock und Energie Cottbus in Notlagen auch mal, wie er sagte, zum „Beißen, Kratzen und Spucken“ übergegangen. Neuhaus für seinen Teil wollte sich mit einem derartigen Stil nicht identifizieren. Er selbst stand früher als klassischer Libero beim damaligen Bundesligisten Wattenscheid 09 seinen Mann. Heute, als Trainer, vertraut er in der Verteidigung auf eine Viererkette.

Noch keine Gelbe Karte für Christian Stutt

Mit Erfolg. Schließlich stellt Union mit nur 16 Gegentoren in 25 Partien die beste Abwehr der Liga. Neben Torhüter Jan Glinker sind vor allem die beiden Innenverteidiger Christian Stuff und Daniel Göhlert Garanten für die wenigen Gegentore. Und das mit fairen Mitteln: Stuff kam in 23 Partien bislang ohne Karte aus, Göhlert sah in 25 Begegnungen nur zweimal Gelb. „Bei Stuff liegt das an der Mentalität. Er versucht die Bälle immer sauber zu gewinnen“, sagt Trainer Neuhaus. „Er lässt sich auf verbale Scharmützel überhaupt nicht ein.“

Auch Göhlert wird vom Trainer gelobt. „Daniel hat eine sehr gute Antizipation. Er ist deshalb häufig einen Schritt schneller am Ball“, sagt Neuhaus. „Er muss nicht zu unfairen Mitteln greifen.“ Das Fazit des Union-Trainers über die beiden Abwehrspieler klingt begeistert: „In der Dritten Liga stellen beide schon Extraklasse dar.“

Göhlert selbst sieht die Angelegenheit freilich aus einem anderen Blickwinkel. „Vielleicht sind wir zu lieb. Ich weiß nicht, ob das unbedingt immer gut ist“, sagt er. Sich selbst nimmt der frühere Chemnitzer ohnehin nicht so wichtig. „Mit Jan Glinker haben wir einen super Torwart, der uns einige Spiele rausgerissen hat“, sagt er. Gelingt das auch heute in Burghausen – trotz des Fehlens von Mittelfeldspieler Hüzeyfe Dogan (Knieverletzung) –, wäre Union zwölfmal in Serie ungeschlagen.

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