Dritter Sieg im dritten Spiel gegen Brühl : BR Volleys ziehen ins Finale ein

Titelverteidiger Berlin Volleys und der VfB Friedrichshafen bestreiten das Finale um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft. Berlin siegte am Mittwoch mit 3:0 gegen den TV Bühl und entschied die Serie ebenfalls mit 3:0 für sich wie Friedrichshafen gegen Generali Haching.

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Lufthoheit. Robert Kromm (o.) erzielte gegen Bühl die meisten Punkte.
Lufthoheit. Robert Kromm (o.) erzielte gegen Bühl die meisten Punkte.Foto: nordphoto

Am Ende tanzten sie wieder im Kreis, doch wirklich ausgelassen wirkte die Feier der BR Volleys diesmal nicht. Den Volleyballern war wohl klar, dass der Einzug ins Meisterschaftsfinale zwar ein Grund zur Freude, aber doch eher Pflichterfüllung war. Und die gelang auch nicht gänzlich überzeugend. 3:0 (25:20,25:23,25:14) siegten die Berliner am Mittwochabend im dritten Halbfinale der „Best of five“-Serie vor 4062 Zuschauern gegen den TV Bühl. Die Spielzeit von 74 Minuten zeigte aber, dass es kein leichter Sieg für den Favoriten war, der den Auftakt 3:0 in Berlin und das zweite Spiel 3:1 gewonnen hatte.

„Bei uns war keiner schlecht, aber der Spielfluss muss noch runder werden“, sagte Manager Kaweh Niroomand. „Unsere Bestform war das noch nicht.“

Die müssen die Volleys im Finale gegen den VfB Friedrichshafen abrufen. Der wiedererstarkte Rekordmeister gewann am Mittwoch auch das dritte Spiel gegen Haching mit 3:2 (25:17, 23:25, 25:27, 25:21, 15:12). Der einstige Serienmeister, der die Hauptrunde nur als Tabellendritter abschloss, spielt in den Play-offs auf einem ganz anderen Level.

Eine „ganz enge Kiste“ erwartet Robert Kromm im Finale. Der Diagonalangreifer der Volleys sah das Halbfinale als gute Vorbereitung darauf, trotz aller Schwierigkeiten. „Es wäre nicht so gut, wenn wir jetzt schon am Limit gewesen wären“, sagte Kromm. „Wir sind von Bühl gefordert worden, das war gut so. Aber wir haben auch noch Luft nach oben.“

Bühl wehrte sich nach Kräften, konnte phasenweise bei einigen ausgeglichenen Zwischenständen mithalten, lag sogar in Führung. Doch taten die Badener den Volleys immer wieder den Gefallen, in Schlüsselsituationen an den Satzenden leichte Punktgewinne für den Gegner zuzulassen. Unübersehbar war auch: Die Volleys hatten trotz des kurzfristigen Ausfall von Aleksandar Spirovski, der sich das Außenband gerissen hatte, die qualitativ besser besetzte Bank. Von dort holten sich die Berliner die nötige Inspiration, wenn es eng wurde. Das sagte aber auch einiges über die erste Besetzung aus. Sowohl Top-Scorer Robert Kromm (zwölf Punkte) als auch Diagonalangreifer Paul Carroll (elf Zähler) hatte man am Netz in der Saison schon stärker gesehen. So übernahm eben dieses Mal der lange verletzt ausgefallene Scott Touzinsky im zweiten Satz die Initiative auf Berliner Seite, als der Gastgeber beim 17:19 bedrohlich wankte, und zog die anderen mit. Statt Satzverlust hieß es nach 29 Minuten 25:23. Auch das ist eine Qualität, die man braucht, wenn man wieder Meister werden will: Im Finale muss man nicht in jedem Moment glänzen, sondern am Ende gewinnen. Satz drei bot dann das von Beginn an erwartete Bild – die Berliner dominierten und gewannen den Schlussabschnitt deutlich 25:14.

Nach der 3:0 gewonnenen Halbfinalserie gegen Bühl stehen die Volleys nun zum neunten Mal im Finale um die Deutsche Meisterschaft. Bislang waren die Volleys beziehungsweise ihr Vorgänger SCC viermal Champion – 1993, 2003, 2004 und 2012 – und viermal Vizemeister (2000, 2002, 2008, 2011). Durch den Finaleinzug sind sie auch für die Champions League im nächsten Jahr qualifiziert.

Die Hoffnung, dass es 2013 zu mehr reicht als der fünften Vizemeisterschaft, gründet auch darauf, dass Spirovski trotz seines Außenbandrisses noch nicht abgeschrieben ist für die Finalserie, die am 21. April in Berlin beginnt. „Unsere Ärzte machen uns Hoffnung, dass er trotzdem eingesetzt werden kann“, sagte Manager Niroomand. Der Ausfall des Routiniers wäre ein „harter Schlag“. Denn die Volleys wissen: Für die Meisterschaft müssen sie nun in Bestform agieren.

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