Dritter Wettkampftag : Deutscher Tag in Whistler

UPDATE Zweites Gold für Verena Bentele, Silber für die Slalom-Asse Gerd Schönfelder und Andrea Rothfuß - die deutschen Athleten sorgen bei den Paralympics in Vancouver weiter für Furore.

Paralympics 2010 - Ski Alpin
Silberne Freude. Andrea Rothfuss und Gerd Schönfelder. -Foto: dpa

WhistlerDie 28-jährige Bentele, blind seit ihrer Geburt, stürmte am Montag (Ortszeit) durch die Loipe und triumphierte über 15 Kilometer im freien Stil. Nach ihrem neunten Triumph ließ die Tettnangerin erst einmal einen lauten Freudenschrei aus. „Das werden schon ein bisschen Bentele-Spiele hier“, jubilierte sie im Wissen,  dass sie zwei Tage nach Biathlon-Gold im Jagdrennen wieder Großes geleistet hatte. Mehr als drei Minuten lagen zwischen ihr und der Russin Ljubow Wasiljewa. Bentele: „Ich wollte unbedingt gewinnen.“ Und es glückte, das dritte deutsche Gold der Spiele in Kanada war perfekt. Deutschland ist im Medaillenspiegel nun schon Zweiter hinter dem mit sechs Goldmedaillen dekorierten Team aus Russland.

Gerd Schönfelder und Andrea Rothfuß ließen am Hang, an dem bei Olympia noch Maria Riesch triumphiert hatte, später zwei Silbermedaillen folgen. Der armamputierte Kulmainer musste sich lediglich dem Neuseeländer Adam Hall geschlagen geben. Die 21 Jahre alte Lossburgerin, die an der Hand beeinträchtigt ist, ließ im Tanz durch den Stangenwald von Whistler Creekside allein der Kanadierin Lauren Woolstencroft den Vortritt.

„Das ist ein Juhu-Silber"

Rothfuß war „sehr glücklich. Mir ist der erste Stein vom Herzen gefallen. Was ich mir vorgenommen hatte, ist jetzt schon erreicht.“ Und Schönfelder war einen Tag nach Slalom-Gold des im Monoski sitzenden Kollegen Martin Braxenthaler restlos obenauf: „Das ist ein Juhu-Silber. Ich habe Silber gewonnen, wenn man vom vierten Platz kommt.“ Fast wäre der 39-Jährige noch ganz oben auf dem Podest angekommen: Hall stürzte in Durchgang zwei, setzte seine Fahrt aber gerade noch rechtzeitig fort, um eine halbe Sekunde Vorsprung auf Schönfelder zu retten. „Ich dachte schon, das könnte mir jetzt reichen.“ Tat es nicht, es blieb bei Silber.

Die deutschen Langläufer gingen dagegen leer aus. Im 20-Kilometer-Wettbewerb der Sehbehinderten belegten Willi Brem aus Germaringen und Frank Höfle aus Isny die Plätze vier und fünf. Kanadas Top-Behindertensportler Brian McKeever war in 51:14,7 Minuten nicht zu schlagen. (dpa)

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