Sport : Drygalla spricht von „Hetzjagd“

Berlin - Die deutsche Olympia-Teilnehmerin Nadja Drygalla hat die Berichterstattung über ihre Person in den letzten Wochen als „Hetzjagd“ bezeichnet. „Ich konnte nicht in meine Wohnung zurück. Vor dem Haus meiner Mutter wurden Kameras aufgestellt, ihr Klingelschild im Fernsehen gezeigt“, sagte die 23-Jährige dem Magazin „Stern“. Die Ruderin, die im Deutschland–Achter an den Olympischen Spielen teilgenommen hatte, war vorzeitig aus London abgereist, nachdem bekannt geworden war, dass ihr Freund Michael Fischer offenbar Kontakte ins rechtsextreme Milieu in Rostock unterhält.

Fischer war 2011 Landtagskandidat der NPD in Mecklenburg-Vorpommern und nach eigener Aussage bis Ende Mai dieses Jahres Mitglied der rechtsextremen Partei. Vergangene Woche wurde zudem bekannt, dass die Rostocker Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf besonders schweren Landfriedensbruch gegen Fischer ermittelt. Dem 24-Jährigen sowie 12 weiteren Personen wird vorgeworfen, im Februar eine Gedenkkundgebung für ein Mordopfer der Zwickauer Terrorzelle gestört zu haben.

Dennoch bekräftigte Drygalla erneut, an ihrer Beziehung mit Fischer festzuhalten. Zur Begründung sagte sie: „Weil andere ihn fallen gelassen haben. Und weil ich ihn liebe.“ Sie habe mit Fischer vor den Sommerspielen über dessen Verbindungen ins rechtsextreme Milieu geredet. „Wir haben besprochen, dass er aussteigt. Und das ist für mich ein Versprechen.“ Von Fischers Umfeld distanzierte sich Drygalla erneut. Mit diesen Leuten habe sie nichts zu tun haben wollen und sie auch nie eingeladen. Tsp/dapd

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben